CD News Oktober 2008

 


Blue Beat &The Tumblin Donkeys
Erhältlich bei: www.donkeys.ch

Diese CD ging mir per Post zu, mit der Bitte um eine Besprechung. Es handelt sich, soviel sei vorweggenommen, um eine Schweizer Band.
Mit „Soccer Joe“ eröffnet Blue Beat mit den Reigen. Eine gelungene Nummer, clever gewählt, geht doch gleich die Post ab. Mit dem drauffolgenden „Fix It In The Mix“ kann ich nicht viel anfangen, doch muss ich zugeben, dass ich kein Fans von ausgiebigen Gitarrensoli bin.

Der nächste Song, der mir gefällt, ist „Bottled Water For Dogs“.

Die Gruppe hat viel Südstaatenrock intus, unbestritten. Sie bewegen sich auf einem schmalen Grad zwischen Rock, Blues und Country. Wobei Country nicht dominiert, ganz im Gegenteil. Auffällig sind die vielen sozialkritischen Texte, die anscheinend für den gängigen Mainstream keine grossen Sympathien übrig haben. Mit Recht.

 

„Paris Blues“ ist eine extrem träge Blues-Nummer. Gefällt mir sehr. Als Chicago-Blues-Fan hat mir’s der Titel angetan.  „It’s The Stuggles That Make You Grow“ ist eine Country-Nummer zum Mitsingen, ein Ohrwurm, sozusagen. Und wer wächst schon nicht an den Sorgen?

„Victim Of Fashion“ ist eine Kampfansage an die heutige Zeit und die Oberflächlichkeit, die immer mehr Oberhand gewinnt. Erinnert mich aus irgendeinem Grund an Western Union. „Why Don’t You Go Your Own Way“ ist wieder ein gelungener Country Song.

Fazit: Die Jungs haben Potential. Und da sie noch sehr jung sind, werden sie sich verbessern. Doch wie bei vielen Schweizer Bands erkennt man beim ersten Ton, dass es sich weder um ein amerikanisches, noch um eine englisches Line-Up handelt. Was nichts Schlechtes bedeutet. Die Vorbilder von Blue Beat & The Tumblin Donkeys sind nichtsdestotrotz Südstaaten-Rock-Gruppen wie Lynyrd Skynyrd. Wer deren Stil bevorzugt, dem wird Blue Beat sicher entgegen kommen.


Doug Kershaw

Classical Cajun Gumbo
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Dough Kershaw, seit den 50er Jahren aktiver Cajun-Musiker, hat das Gumbo anscheinend etwas zu frei ausgelegt. Es braucht schon mehr wie Mut, ein klassisches Orchester, das Northern Colorado Symphony Orchestra, um genau zu sein, in sein Boot zu holen. Mal abgesehen davon, dass der Mann hinsichtlich des Gesanges heute nicht mehr so gut klingt. Doch wir sprechen von einem Künstler, dem die Cajun Musik Stücke wie „Diggy Liggy Lo“ (hier vertreten) oder „Cajun Joe“ zu verdanken hat. Für mich ist das Gumbo ziemlich missraten. Aber ich kann klassischer Musik zugegebenermassen auch nicht viel abgewinnen. Originell ist die Idee trotzdem.


Rusty York
Sings Country Like Crazy
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Rusty York ist in seiner musikalischen Karriere vor allem durch die Vielseitigkeit aufgefallen. So bewegte er sich zwischen Bluegrass, Country, Rock’n’Roll und Rockabilly. Die erste Rock’n’Roll Show eröffnete er für keinen geringeren als Dick Clark im Hollywood Bowl. Der Anlass wurde zum Grosserfolg.

Leider konnte ich Rusty’s CD nicht abrufen. Ich weiss aber, dass er Spitze ist. Vielleicht habt Ihr mehr Glück. Versucht’s mal.



Common Strings

The Rain Came Down
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wer auf die Krauss steht, könnte an Common Strings ebenfalls Gefallen finden. Eigentlich eine Bluegrass Band, möchte ich persönlich vorstehende CD eher im Folk-Feld einordnen. Zu schwach ist der Gesang, zu vielseitig die musikalische Begleitung. Manche Stücke entsprechen progressiver Bluegrass Musik.Lieder wie „The Rain Came Down“ gehören dem Folk Sektor an.



Johnny Falstaff
Honky Tonkin’ Daddy
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Johnny Falstaff scheint sich in der Schweiz wohl zu fühlen. Deshalb kommt er jedes Jahr und stattet uns einen Besuch ab. Hier beweist er sein Können auf CD. Es gibt bessere Honky Tonker (etwa Justin Trevino), doch dieser hier besitzt zweifelsohne einen eigenen Reiz. Kann mir gut vorstellen, dass sich die Weibsen um ihn scharen, wie um Dwight, dem er ein bisschen nacheifert. Keine schlechte CD. Doch bei Stücken wie „Turn Down The Lights“, die erotisch wirken sollen, zeigt sich Johnny’s Schwäche nur zu deutlich: Der Gesang.
Die Titelmelodie ist dennoch gelungen.



Tangleweed

Most Folk Heroes Started Out As Criminals
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich hoffe, der Titel ihrer CD schreckt Interessierte nicht ab. Tangleweed wollten einfach nur ironisch sein. Ihr Beschrieb bei CD Baby ist glücklicherweise gelungener. Gerne gebe ich ihn hier wieder:
Manchmal ist das Einfache das Beste.
Wir leben in einem Zeitalter voller Wunder: Wir ernähren uns von kalorienarmen Lebensmittel, profitieren von Handys und dem globalen Web.
Doch für alles, was wir geschaffen haben, haben wir auch etwas verloren. In unserem Streben nach Fortschritt haben wir vergessen, die Lebensqualität weiterhin zu schätzen.

Unsere Ahnen haben unter Luxus Freizeit, Schuhe und eine gesunde Mundhygiene verstanden. Dabei waren sie authentisch. Sie besassen Integrität – die Art, wie man sie nur vom ärmlichen Farmleben, Traktorfahren und einer altmodischen Cholera Epidemie kriegt.

Die Meisten von uns werden diese Erfahrungen nie machen dürfen. Doch wir haben

etwas anderes zu bieten: Tangleweed.

Dank der Kraft und dem Einsatz dieser 5 Männer finden wir ins goldene Zeitalter zurück. Ein Zeitalter ohne öffentliche Bildung, universellen Programmen und sozialer Sicherheit. Sie bringen uns in eine Zeit zurück, wo es erstgradige und zweitgradige Mörder ("Little Sadie") gab, bevor sie sich vor einem einsamen Bed wiederfanden ("Lay Down My Guitar") und ihrem "Short Life of Trouble" Lebewohl sagten.

Die Jungs  bringen uns in die guten alten Zeiten mittels Skiffle, Bluegrass und Hillbilly zurück. Und dafür sollten wir dankbar sein.


Alan Munde Gazette
Made To Last
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Alan’s Musik besteht hauptsächlich aus Harmonien. Zu traditionellen Bluegrass-Klängen. Diese CD hat tatsächlich verdient, für immer Bestand in den besten Bluegrass-Sammlungen der Welt zu haben.




Jed Marum
Ain’t No Goin’ Back
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Musik im Stil der Handsome Family. Folk par Excellence. Entspannt und schön.



Robert „Georgia Slim“ Rutland
Raw Fiddle
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Robert Rutland war einer der bedeutendsten Fiddler des 19. Jahrhunderts. Rutland kam im August 1916 in der Nähe von Tifton, Georgia, zur Welt. Bereits als Junge spielte er Fiddle und nahm Unterricht, um die Basis zu erlernen. Der junge Bob Rutland bewunderte alsdann die Arbeiten von Clayton McMichen und Lowe Stokes, doch auch Arthur Smith, zu jener Zeit der führende Grand Ole Opry Fiddler. Mitte der 30er Jahre war ein ein Fan von Hugh Farr bei den Sons of the Pioneers. Nach Schulabgang setzten sich Rutland und der Gitarrist Max Carrington ab, um mehr als nur das südliche Georgia sehen zu können. Schliesslich führte sie der Weg nach Reedy, West Virginia. Hier arbeiteten sie bei einer Medicine Show, deren Boss  Chief Greyfeathers war. Der West Virginia Fiddler Harmie Smith versorgte Rutland mit dem Übernahmen “Georgia Slim”, der den Jungen den Rest seiner Karriere über begleiten solle.
1938 verliess Robert West Virginia, um nach Tennessee zu gehen. Hier tat er sich mit Herald Goodman und seinen Tennessee Valley Boys zusammen. Noch in der Band, traf Robert “Howdy” Forrester (1922–1987) und Howard’s Bruder Joe, beide aus Hickman County, Tennessee. The Forresters, allen voran Howard, sollten Freunde auf Lebenszeit werden. Mehr als jedes andere Duo vertraten Howdy und Georgia Slim die perfekte Kunst des doppelten Fiddlens.

 

1940 schlossen sich Slim und die Forrester Brüder mt dem Ansager Gus Foster zusammen. Daraus wurde ein Akt The Texas Roundup. Zuerst traten sie bei KVOO in Tulsa, Oklahoma auf, hernach bei KRLD in Dallas. The Texas Roundup wurde zu einem der beliebtesten Akts beim Dallas Radio.
Die hier vorhandenen, vom Piano begleiteten Melodien, waren alle Originale – Ende der 20er Jahre. So sind z.B. “Billy in the Lowground” und “Sally Goodin” vom Texas Fiddler Eck Robertson 1922 bereits für Victor aufgenommen. Und auch bei den hier vorhandenen unbegleiteten Stücken handelt es sich um Originale.


Ca. 1950 zog Howdy Forrester nach Nashville. Hier arbeitete er schon bald mit Roy Acuff zusammen. Slim führte später einen Musikladen in Valdosta, Georgia. Im April 1969 gab Rutland dem Fiddle Musik Experten Earl Spielmann ein Interview. Es ging dabei um Fiddle Techniken. Im selben Sommer erlitt der legendäre Georgia Slim Rutland eine Herzattacke, an der er im Alter von 53 Jahren erlag.




Bar Band Americanus
The Best Of Charlie Pickett
Erhältlich bei: www.bloodshotrecords.com (Sampler)

Diese Band rockt und rollt, was das Zeug hält. Rebellen, die Blues, Country und Südstaatenrock mixen – wenigstens bei den 2 Samplers, die man aufrufen kann.


Hank Thompson
Treasures: Unreleased Songs of the 1950's
Erhältlich bei: www.texasmusicroundup.com

20 Songs, die bei Capitol aufgenommen wurden, jedoch nie zur Veröffentlichung kamen. Ein Muss für jeden Fan dieses grossen Musikers aus den 50er Jahren.



Heybale
Continental Live
Erhältlich bei: www.heybale.com

Wer sich schon mit Redd Voelkert befasste, weiss, wie lange er sich in der Szene bewegt und welch genialer Künstler er ist. So kann man denn auch mit der neuen Heybale CD, bei der er mitmischt, nicht schief gehen. Zumal sie im Continental Club von Austin, Texas, entstand. Und das grossartige „C’est La Vie“ von Chuck Berry mit von der Partie ist……..Honky Tonk At It’s Best!!