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20 Jahre NightHawk – Rückblick über die Große Feier am 28.10.2017

By Steffen Jammrath — November 25, 2017

Wenn ich so zurückdenke und überlege seit wann ich diese Band eigentlich kenne…
Ende der 1990er Jahre kannte ich sie nur von den Artikeln und Berichten in der damaligen Zeitschrift „Country Circle“. Leider waren die Auftritte aber viel zu weit weg für mich…
2001 veranstaltete diese Zeitschrift eine Messe unter dem Namen „Country Live“ in Gießen. Dort hab ich die Jungs das erste Mal persönlich gesehen. Und war ziemlich beeindruckt, auch von den gemeinsamen Shows mit der „Cripple Creek Band“. Diese Messe fand in den folgenden 3 Jahren dann in Kassel statt und ich war jedes Jahr auf’s Neue fasziniert, aber es kam noch kein direkter Kontakt zustande.
Das änderte sich 2006, nachdem ich endlich DSL hatte und mich daran erinnerte, dass es bei diesen Messen Leute gab, die mich damals „genervt“ hatten, doch ein Countryradio im Internet zu hören… Zu dem Zeitpunkt gab es bei mir noch kein DSL und deshalb verwarf ich das anfangs wieder… Als ich dann aber die „schnelle Leitung“ hatte, kam mir genau DAS wieder in den Sinn… Nach ein wenig Suchen fand ich schließlich „Countrymusic24.com“. Dort waren einige Moderatoren die „NightHawk“ sehr gut kannten, darüber berichteten und Songs spielten. Als es dann hieß, es gibt ein Hörertreffen im Rahmen der „Country Music Messe“ in Berlin 2007, war klar: Ich mußte dort hin! Dort habe ich dann nicht nur einige der Radiomoderatoren persönlich kennengelernt, sondern auch die Bandmitglieder von „NightHawk“.
Zur 10-Jahresparty 2007 war ich dann auch dabei und es entstand eine enge Freundschaft mit dieser Band.
Und deshalb war es für mich auch selbstverständlich, dass ich zum 20-jährigem Jubiläum dabei sein muss.

Als Location hatte man wieder die Turnhalle in Rammelsbach ausgewählt, wo auch das 10-Jährige schon gefeiert wurde. Achim Rausch, der Bassist meinte, er hätte in den letzten 2 Tagen vor dem Termin noch mindestens 200 Karten verkaufen können… Aber es war restlos ausverkauft.
Pünktlich um 19:00 wurden die Türen geöffnet.
Zusammen mit der Eintrittskarte bekam jeder Gast noch ein Plektrum geschenkt, wobei man zwischen Schwarz und Weiß bei der Grundfarbe wählen konnte.
In der Halle gab es dann einen Stand, wo man diverse Fanartikel, CDs, DVDs, Sonnenbrillen usw. kaufen konnte, auch speziell für diesen Abend entworfene T-Shirts und Baseball- Caps.

Um 20:30 betraten dann zunächst 3 junge Ladies in Kleidern im 50er-Jahre-Stil und ein nicht mehr ganz so junger Mann, die Bühne, welche sich als die Schwestern Eliza, Yvie und Mini Wonder vorstellten so wie ihren Cousin 3. Grades John Long Wonder. Die sich alle zusammen „Pushing up the Daisies“ nennen.
Es gab eine bunte Mischung von Songs im Rock’n’Roll und Rockabilly-Stil, nur von John am Piano begleitet, beginnend mit einer sehr eigenwilligen Version von „All about that Bass“, bei welcher sich die Band vorstellte. Die Mädels drücken jedem Song ihren eigenen Stempel auf, und es macht einfach Spaß zuzuhören, egal ob bei „Ace of Spades“, „The Big Spender“, „That`s Amore“ bei dem Achim Rausch als Harmonie-Sänger mit auf die Bühne kam, „Why Don’t You do Right“, oder einem Countrymedley rund um „Achy Breaky Heart“ von Billy Ray Cyrus. Dann folgte die „kleine unschuldige“ Mini Wonder mit dem recht zweideutigem Bette Midler Song „Dr. Long John Blues“. Wer des Englischen mächtig ist, konnte sich ein Grinsen bei dem Text und der Art, wie es gesungen wurde kaum verkneifen… Für mich persönlich war dies der Song aus dem kurzen Programm, der mich am meisten begeistert hat. Zum Abschluß gab es dann noch den „Candyman“. Wenn man bedenkt, dass diese Formation erst ein halbes Jahr existiert und dort ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte, muß man einfach den Hut ziehen. Klasse Leistung mit abwechslungsreicher Songauswahl und witzigen Dialogen zwischendurch.
Ich hoffe in Zukunft noch mehr von Euch zu hören!

Nun betrat der Bürgermeister von Rammeslbach in Begleitung der „Kuseline“, der „Botschafterin der Stadt Kusel“, zu welcher der Ort Rammelsbach gehört, die Bühne und richtete einige Grußworte und Glückwünsche an die Jubilare. Ein besonderer Dank ging an die Feuerwehr, die es möglich gemacht hat, dass diese Veranstaltung stattfinden konnte, obwohl noch nicht alle Sanierungsarbeiten an der Halle abgeschlossen waren.
Achim Rausch und seine Nichte Zina fanden sich nun am Micro ein. Achim begleitete Zina nur mit der Westerngitarre bei „Travelling Soldier“ von den Dixie Chicks, „You’re gonna miss me“ von Miley Cyrus & „If I needed You“ von Emmylou Harris. Wow, was für eine Stimme… Gänsehaut pur… Ein weiteres Highlight, noch bevor der Hauptact selbst dran war (mit Ausnahme natürlich von Achim).

Nach einer kurzen Pause fanden sich dann Rainer Pech (Moderator bei Countrymusic24.com) und Jenny Weirich (ehemalige Moderatorin beim gleichen Sender) auf der Bühne ein, um gekonnt durch den weiteren Abend zu führen. Nach ein paar einleitenden Worten war ein Video des ORF zu sehen, wie der damalige Sänger Don Jensen, auf dem Wiener Prater live an einer TV-Show teilgenommen hat. Dann wurden die 3 Gründungsmitglieder der Band, welche bis heute dabei geblieben sind, Dirk Steinhauer, Dieter Sladko und Achim Rausch auf die Bühne geholt, wo sie von Jennys kleinem Sohn ein Geburtstagsständchen bekamen. Das „Alzheimer-Dreieck“ der Gruppe, wie sie sich selbst scherzhaft bezeichnen und wie es auch in der Setliste steht, bekam dann noch ein „Goldenes Mikrofon“ als Anerkennung für die 20 Jahre in der Band – jeder der drei Musiker.

Und dann ging es auch schon los „NightHawk“ in der Urbesetzung von 1997, zu der neben den drei schon genannten noch Harry Hubrich an der Gitarre, Jürgen Peisker am Schlagzeug und natürlich der unvergleichliche Don Jensen als Frontmann & Sänger gehörten. Don mit seiner Gesichtsbemalung und seiner weichen harmonischen Stimme hatte das Publikum sofort im Griff. Mit Songs wie „Chattahoochee“ von Alan Jackson oder „I like it, I love it“ von Tim McGraw verging das Set viel zu schnell… Die Zugabe-Rufer wurden auf die Schluss-Session vertröstet, denn das Programm hatte noch einiges mehr zu bieten… Jürgen sagte dann nach dem Set, er habe seit 15 Jahren das erste Mal wieder am Schlagzeug gesessen, aber davon hat man absolut nix gemerkt, gelernt ist gelernt.

Bei der 2. Besetzung die dann folgte, gab es eine Einschränkung. Da „Wild Bill“ Thompson, der „Kleine“, der sich auch hinter seinem Schlagzeug bequem verstecken konnte, leider nicht da sein konnte, übernahm sein Nachfolger David „Dave“ Schneider ab da die Drumsticks. Als Sänger kam jetzt Joe Hawkins zu den Jungs. Auch er ist in den USA geboren und war ein würdiger Nachfolger für Don, welcher Ende 2003 die Band verließ. Auch er hatte keine Mühe die Fans mitzureißen, mit Titeln wie „God Blessed Texas“ von Little Texas oder „Hillbilly Shoes“ von Montgomery Gentry. In dieser Besetzung entstand 2005 auch die Live-CD + DVD „Nu Country gone… live“.
Am Ende des Sets vertauschte Techniker Kalle das Mischpult mit dem Mikro und sang „Peaceful Easy Feeling“ von den Eagles. Einfach genial!

Als Joe dann die Band 2009 aus persönlichen Gründen verlassen hat gab es eine Reihe von verschiedenen Sängern, die nur kurze Zeit dabei waren. Auf der Berliner Country Music Messe 2010 z.B. sprang kurzfristig Brad Glasco ein, dann war „Paddy Rooster“, Patrick Matthias Rust eine Zeit lang als Sänger dabei, die aber beide leider nicht in Rammelsbach dabei sein konnten. Dafür war Matthias „Matze“ Braun anwesend, welcher auch eine ganze Weile am Mikrofon war, bei den Jungs. Er kommt eigentlich aus dem Hardrock, was man damals auch am Sound von „NightHawk“ allgemein gemerkt hat. Auch auf der letzten CD „Everything is alright“ von 2013 ist ein Song von ihm enthalten. Aber auch ein weitere Musiker ist in der Zeit aus der Band ausgestiegen. Für Harry Hubrich kam Tom Prox an der Gitarre, der aber auch alle anderen Saiteninstrumente perfekt beherrscht. Matze brachte an diesem Abend Lieder wie „What about Now“ von Lonestar oder „Steady at the Wheel“ von Shooter Jennings zu Gehör. Am Ende seines Sets kam dann noch „Shady“ von der Pro7-Show „Voice of Germany“ dazu und sang „Tequila Sunrise“ von den Eagles und dann im Duett mit Achim den Keith Urban-Song „But for the Grace of God“.

Nach einer längeren Pause ging es dann mit der aktuellen Besetzung weiter, bestehend aus Achim, Dieter, Dirk, David, Tom und neu als Sänger James Clark Baley, der wieder aus den USA stammt, aus Kalifornien. Jetzt ging es erst richtig los. Ein Song jagte den Nächsten… Egal ob „Lodi“ von CCR, Songs ihrer letzten CD bis hin zu Klassikern wie Dave Dudleys „Six Days on the Road“, es war einfach nur gigantisch.

Aber auch der schönste Abend geht einmal zu ende. Als Zugabe gab es noch ein großes Finale mit allen Sängern des Abends und auch Travis Truitt, der unter den Gästen war, ließ es sich nicht nehmen mit auf die Bühne zu kommen. Es folgten einige der schönsten Songs der Countrymusic und Gänsehaut war garantiert bei „Fishing in the Dark“ von der Nitty Gritty Dirt Band und den Garth Brooks – Hits „The Dance“ und „Friends in Low Places“. Damit sollte die Show eigentlich zuEnde sein, aber die Zugabe- Wünsche wollten nicht enden… Jetzt kamen die Musiker nach vorne, setzten sich auf den Bühnenrand und spielten als allerletzten Song die John-Denver-Hymmne „Country Roads“ unplugged.

Mittlerweile war es nach 2:00 in der Nacht und ich frage mich wie die Musiker, insbesondere das „Alzheimer Dreieck“ und da ganz besonders Achim Rausch, es schaffen, bis zum Ende durchzupowern und auf der Bühne alles zu geben… Respekt!

Alles in allem eine wunderbare Show, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Wer hier nicht dabei war, hat echt was verpasst!
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an alle Musiker, an alle die mitgeholfen haben, diese Event zu organisierten und durchzuführen und ganz besonders natürlich an Nighthawk selbst!
Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Party in 5 Jahren, wenn es heißt „25 Jahre NightHawk“!

Hier noch eine „Kleine“ Bildergalerie für Euch 🙂

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