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Country Music CD News November 2017 von Andrea Weber

By Andrea Weber — November 15, 2017

Diff & Dudley
Here’s Diff and Dudley Feat. the Big Sirs
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Das erste Stück ist klever gewählt….ein Duett, bei dem man automatisch mitsingt. Die Nachfolge-Nummer ist dafür umso seichter. MIt „I’ll Try“ geht’s wieder bergauf. Der Rhythmus erinnert an den Man in Black. Mit „Weed“ geht’s wieder bergab. Tatsächlich ist es so, dass jedes zweite Stück ungeniessbar ist, zumindest im ersten Drittel. Dann klappt’s besser, wird angenehm, gut. Macht Spass. Nicht schlecht.

Old Shoe
Country Home
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Jungs klingen wie Lynyrd Skynyrd, wenn sie auf sanft machen. Country Rock bis hin zum Country Pop, aber angenehm. Überhaupt klingen sie nach Südstaaten-Rock, so nehmen sie auch mal die Orgel in ihr Repertoire auf.

 

Stoney Creek Bluegrass Band
Live on Location
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Eine tolle weibliche Leadstimme neben klassischen, tadellosen Harmonien sorgen für die übliche, einmalige Bluegrass-Musik, die so einfach scheint und doch umso schwer qualitativ hochstehend vorzutragen ist. Die Stoney Creek Bluegrass Band hat damit keine Mühe. Sie wechseln sich beim Gesang ebenso ab, wie sie sich zwischen rassigen und getragenen Stücken bewegen. Klasse.

River Dan
Substance Abuse and a Woman on the Loose
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Vom ersten Ton an ist klar, wen River Dan immitiert: Den grossen Waylon Jennings. Und er ist sehr gut darin.  Waylon’s Stimme, Waylon’s Song. Waylon’s Vermächtnis.

 

BDR  & his Rockin‘ Roll-Deo
Six Shot Shooter
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Und der ist ein wenig lauter, ein wenig aufdringlicher, ein wenig aufmüpfiger als Waylon. Wenn das geht, selbstverständlich. Was ist das? Südstaaten-Rock, Cowpunk? Keine Ahnung. Doch ich kann mir vorstellen, wenn man etwas ‚rauslassen‘ muss, hilft BDR’s Musik dabei….

 

Flat Mountain Boys
Brushed
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Bluegrass im Generellen, mit ein bisschen Folk.

 

 

The Kipsies
Cold Frosty Morning
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Viel Keltik, Folk, Harmonien, Rasse. Die Sängerin besitzt eine starke Stimme, die bei Songs wie dem grossen „The Cuckoo“ so richtig zum Tragen kommen. Davon habe ich schon viele Versionen gehört, dar Titel scheint eine ganz grosse Anziehung zu besitzen, da sich viele Sänger und Sängerinnen davon angezogen fühlen. Die Leadsängerin hier singt das Stück noch langsamer, noch träger, wie gewohnt. Schön.

Gary Angel & The Country Angel Band
One More Time
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Honky Tonk..mit Tönen, die ab und an nicht ganz sauber sind, doch die Musik ist sympathisch

 

Panhandle Union
Strangled & Dangled
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Erinnert ein bisschen an die Pogues. Da braucht’s viel Whsikey, viel Bier. Dann aber macht’s Spass….die Düsterheit, die mit dem akustischen Sound einhergeht, ist so weniger auffällig.

 

The Wheelgrinders
Torque-Flite Baby
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Wheelgrinders kommen aus Vancouver. Ihre CD ist zur Hälfe in Byran Adams‘ STudio, zur Hälfte in den Sun Studios aufgenommen worden. Der Sound ist gut – satter Rockabilly-Stil, von dem man aber trotzdem merkt, dass er aus der heutigen Zeit stammt. Der Gesang ist mir etwas zu eintönig. Dennoch eine gute CD, zumal die Bands solche All-Time Klassiker wie „Jungle Rock“ einbebaut haben.

 

Joe Mullins & The Radio Ramblers
The Story We Tell
Erhältlich bei: www.amazon.com (Sampler)

Traditionelle, gradlinige Bluegrass-Musik, gesungen in dieser – ich möchte sie – gutsy – Weise, wie ich sie mag…. stark.

 

Bradley Walker
Blessed
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Religiöse Country-Musik, auch Songs wie das allbekannte „Amazing Grace„, hier dargeboten von  Carl Jackson & Val Storey, das bekannte „Family Bible“ von den Oak Ridge Boys oder das schöne „Someday“ von den Isaacs. Selbst die Krauss kommt für einmal gut ‚rüber, denn bei „Angel Band“ übernimmt Buddy Cannon den Hauptpart, sie bloss die Harmonien.  Spätestens bei „I’ll fly away“ fühlt man sich gut, erleichtert, den Sorgen ein wenig enthoben. Oh, würde das doch für immer anhalten…..

 

Wailin‘ Jennys
Fifteen
Erhältlich bei: www.amazon.com (Sampler)

Die Mädels singen relativ hoch. Dadurch wirkt der Gesang extrem zerbrechlich, ja beinahe engelhaft, zart. Doch umsonst ist die Angst, dass vor der nächsten Note die Melodie zerbricht. Zu wichtig ist gerade das sphärenhafte, das exteme. „Light of a clear morning“ zeigt die von mir beschriebene Schönheit nur allzu deutlich auf. Toll gemacht, Mädels.

 

John Baumann
Proving Grounds
Erhältlich bei: https://www.johnbaumannmusic.com/music (Sampler)

Ich mag, wie John Baumann die Musik mit den Lyriken verbindet. Er wirkt ruhig, ausgeglichen. Man hört ihm gerne zu. Er ist ein typischer texanischer Songwriter, wie vor ihm schon Guy Clark oder Billy Joe Shaver. Die Stimmer erinnert eher an Steve Earle. Doch er kann auch Cajun, wie er mit dem Titel „Heavy Head“, bzw. mit dessen Intro beweist. Nachher folgt eher Country Rock. Für mich hat er tatsächlich viel von Steve Earle abgeguckt. Was besonders bleibt, ist die Fiddle mit ihrem Cajun-Einschlag und den Harmonien die erstaunlich gut zur kräftigen, elektrischen Gitarre passen. Mit „Turquoise“ folgt wieder ein ruhiger, schwermütiger Song.  „Love No 1“ gefällt mir überhaupt nicht. Wieso hören die Typen nie, wenn das Schlagzeug zu laut ist? Schrecklich, dieser typischer Nashville-Sound. Glücklicherweise folgt dem ein klasse Country-Song mit Fingerpicking-Gitarre….sobald das Schlagzeug einfällt, stört es mich wieder. „Holding it Down“ ist ein Stück für die Landstrasse oder die Autobahn, auf jedem Fall durch den Takt ein Titel zum Fahren. „Old Stone Church“ ist wieder schön durch die Ruhe, die mit der Nummer einhergeht. Und wieder glaube ich, Steve Earle zu erkennen..auch an der Art, wie John singt glaube ich das zu erkennen. „When Ophelia comes to town“ ist – Trash. Was ich nicht unbedingt negativ meine. Die Gitarre ist so dreckig, dass der raue, rebellische Gesang diese nur noch unterstreicht. „Lonely in Bars“ ist gelungen. Ein trauriges Stück, einmal mehr. „Meg“ ist wieder eine solche Nummer, die John auszeichnet…mit einer feiner Prise Cajun. „Pontiacs“ ist eine Lieblingserklärung an Erinnerungen, die das Leben wertvoll machen. Ein ganz kleveres Ende.

 

Ruby Dee and the Snakehandlers
Erhältlich bei

Ruby ist schon lange in der Szene. Was sie stimmlich drauf hat, wird hier nur allzu deutlich. Selbst Sax setzt sie ein und klingt dunkel, düster, agressiv. „Not for long“ ist grossartig geworden. Wer auf Imelda May steht, soll sich das hier mal anhören. Die ist besser. „You underwhelm me“ ist beinahe schon Psychobilly. Was mich vor allem begeistert, ist der tadellose Rockabilly-Sound. Selten kommt ein Bass so ‚raus. Da war ein grossartiger Produzent dahinter. Mit „Can you spare a match?“ werde ich nicht so recht warm. Wohl, weil es sich eher um Rock’n’Roll handelt….passt gut zu Tänzern, finde ich.  Was ich an Ruby mag, ist, dass sie auch mal einen Honky Tonk singen kann. Und ihre Stimme, natürlich…

 

Sonny West
The Mystery man returns
Erhältlich bei: https://www.bear-family.de/west-sonny-the-mystery-man-returns-cd.html
Sampler unter: https://www.youtube.com/watch?v=X1uyOCs-i4M

Sonny besitzt einen ganz eigenen Sound. Wenn ich „Suzie Q“ erwähne und wer den Song kennt, kann er ihn in etwa einordnen. Zahm ist der Junge nicht grade. Doch wer ist das schon bei Wild Records?  Ein breites Spektrum zeigt ihn zudem aus….so macht er denn auch vor Surf nicht halt.

 

TJ Mayes
Dig it Up!
Erhältlich bei: https://www.bear-family.de/mayes-tj-dig-it-up-cd.html
Sampler: https://www.youtube.com/watch?v=HV3ikGG2MmQ

TJ Mayes mag ich, bringt er doch tadellosen Rockabilly.  Und ein Gesang macht sich ausgezeichnet zum ryhtmischen Hintergrund. Temperament hat er. Auch TJ gehört zu Wild Records und die CD wurde von Omar Romero ingeniert. Also auch ein Zeichen für hochstehende Qualität. Was ich besonders mag, ist die dreckige Bluesharp, die er verwendet. Die CD wäre eine Halloween CD gewesen, hätte ich sie denn früher entdeckt. Doch wer weiss – evt. schwelgen ein paar Leute noch in Erinnerung? Tut Euch keinen Zwang an…ansonsten macht TJ Mayes auch ohne Gruselshow Spass.

Sampler: https://itunes.apple.com/us/album/candy-kisses/id1204970494

Der GEsang mag ein wenig an Big Sandy erinnern, oder  an die Schnulzen-Sänger der 50er Jahre.  Wer eher hohen Gesang bei Männern bevorzugt, wird sich daran nicht weiter stören. Der Sound ist auch ein bisschen – nun – Ritchie Valens? Buddy Holly? Eher auf der Rock’n’Roll Seite, jedenfalls. Erst beim rassigen „Candy Kisses“ hält sich der Sänger an Rockabilly…und das gar nicht schlecht. Mit „Speed Limit“ setzt er noch einen Hot Rod Song nach…. der ist aber ziemlich swingend, obschon die Gitarre klasse gezupft wird. „That’ll do“ ist wohl der Stil, an dem sich die Band durch die Stimme des Sängers halten sollte…eine Liebesballade, die vor Süsse geradezu trieft. Mir gefällt der Honky Tonk „I am no good without you“ am Besten. Ein echter Ohrwurm. Ausgezeichnet gemacht.

Kieron McDonald
Shake That Thing
Erhältlich bei: https://www.discogs.com/de/sell/list?master_id=1128444&ev=mb

Auch Kieron hat verschiedene Stile anzubieten, egal, ob er wie JLL im Boogie Woogie Stil auftritt oder ein Johnny Horton Stück anstimmt. Immer ist er ein typischer Rockabilly-Interpret mit erstklassiger Gitarre.

 

Sir Jac’s Bantamacs
The Prediedillac Topes
Erhältlich bei: http://teapadorchestra.bigcartel.com/product/sir-jac-s-bantamacs-the-prediedillac-tapes-cd (keine Sampler)
Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=hBJWIE6i5k4

Die Sampler, die sich überall finden, zeigen ein Trio ohne Schlagzeug, mit akustischer Gitarre, Kontrabass und Gibson. Der Sänger wirkt noch ziemlich jung, sieht dafür aber authentisch aus und ich mag, wie er sich mit den Stücken zu identifizieren scheint. Was ich auch originell finde, ist die CD Hülle…nicht nur die Farben, auch das Motiv zeigt  einen Humor, der anderen Bands ab und an auch stehen würde.

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