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Country Music CD News August 2017 von Andrea Weber

By Andrea Weber — August 20, 2017

Junco Shakers
Erhältlich bei: https://www.amazon.com/EP-Junco-Shakers/dp/B01LTI016O (Sampler)

Die Gruppe ist unglaublich, wenn man sie auf You Tube anguckt. Ich hab‘ noch nie einen Schlagzeuger gesehen, der auf  ein Waschbrett statt auf ein Snare Drum mit Pinseln eindrischt. Und die Sänger wechseln sich beim Leadgesang ab – etwas Willkommenes, da selten.. Leider. Charme, Spass, Können, eine exzellente Songauswahl, verschiedene Rhythmen, verschiedene Stile (darunter viel Skiffle) – was will man mehr?

 

 

Kansas City Cryers
Gotta Roam
Erhätlich bei: https://www.raucousrecords.com/kansas-city-cryers-gotta-roam-cd.html

Eine fantastische Band ….voller Engerie, zumal auf You Tube. Leider finden sich keine weiteren Informationen. D.h. wahrscheinlich gibt es die Gruppe nicht mehr. Schade. Wieder eine Formation, die gut genug war, für die Ewigkeit zu bestehen…oder länger….und sich dennoch  trennte.

 

 

 

Knobtown Skiffle Band
Knobtown Rag
Erhältlich bei: https://www.amazon.com/Knobtown-Rag-Skiffle-Band (Sampler)

Gleichermassen eine ausgezeichnete Skiffle Band, mit dem in diesem Genre eigenen Humor. Welcher  sich in ihren Videos auf You Tube zeigt. Mehrstimmger Gesang, zartes Schlagzeug bzw. Washboard, Dobro, Banjo und eine lüpfige Fiddle lassen nicht nur das Herz schneller schlagen, sondern auch die Füsse wippen.

 

 

Skiffskats
Erhältich bei: https://www.amazon.co.uk (LP)

Eine geniale, englische Skiffle Gruppe. …leider ist Ihre Arbeit nur als LP erhältlich.

 

 

 

The Dead South
Good Company
Erhältlich bei: www.amazon.de

Vor allem der rassige Rhythmus ist, was die Band auszeichnet – sei es nun am Banjo oder per Klampfe.  Die Band steht alles für allem eher für schnelle Stücke. Umso entspannter ist „In Hell I’ll be in good company“, dem auch ein gewisser Humor nicht abgeht.  Und dazu gibt’s ein amüsantes Video auf You Tube, übrigens. Spannung bringt  „Down that road„, das aufmüpfig, sprich: Rebellisch, einherkommt. Die Band ist gut. Sie weiss um Bluegrass, hat klassische Country Musik intus und würde sich sehr gut in einem heutigen Western machen…

 

Nathaniel Rateliff & the Night Sweats
Erhätlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, wo ich Nathaniel einordnen soll. Er selber ist ein grosser Van Morrison Fan. MIt dessen Musik bin ich wenig vertraut, ich weiss nur noch, dass mich Van’s Konzert begeisterte. Nathaniel setzt auf eine grosse Band, Bläser und Gesang, der manchmal nicht nur an die Intensität eines Joe Cockers, sondern auch an Gospelsänger erinnert. Die CD kaufte ich um „S.O.B“ ständig  hören zu können…wenn der Text nicht wäre, handelte es sich um puren Gospel. Nathaniel wuchs in einer religiösen Familie auf, schlos sich als Jugendlicher einem Clan (er sagt, es sei keine Sekte) an und kriegte plötzlich den Koller. Seither hat er sich von jedwelcher Religion losgesagt. Wobei ich denke, dass dieser Zustand nicht ewig dauern wird, denn da ist so viel von Glauben in seiner Musik – und sei’s nur der um Freundschaft. Pope, den er pflegte, als sein Freund an Krebs erkrankte, ist noch heute MItglied der Band und harrt getreu neben seinem Kumpel aus. Den er sicher auch inspiriert. Wer sich das Video zu „S.O.B“ auf You Tube anguckt, dem wird bewusst, wie eng das Ensemble zusammenarbeitet und wie wichtig jeder einzelne Musiker der Band ist. Von Country Musik ist nicht viel zu spüren (mal abgesehen davon, dass das Video vom ‚Folsom Prison‘ inspiriert wurde), aber Gospel, Jazz, ein wenig Rock. Klasse.

 

Lost Dog street band
Rage & Tragedy
Erhältlich bei: https://lostdognashville.bandcamp.com/merch (Sampler)

Songwritertum pur. Getragene Musik, mit akustischer Klampfe, sanfter Geige, Perkussion. Guter Gesang und eine gewisse Schwermut, die alles überschattet.Auch wieder eine ausgezeichnete Arbeit, diesmal von Franzosen

 

 

Chance McCoy & the Appalachian String Band
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Unglaublich tolle String Band  Musik, vor allem die Fiddle ist grossartig. Das irre „Rocky Road To Dublin“ ist nur ein Beispiel für die Qualität der CD. Und für das Können von Chance, natürlich. Dabei ist der Kleine äusserst kreativ. Wenn man sich nämlich „Yew Piney Mountain“  anhört, kriegt man das Gefühl, die Fiddle nie richtig gekannt – oder erkannt zu haben? Denn was er hier der Geige entlockt, glaubt man kaum.

 

 

William Elliot Whitmore

Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Auf Amazon wird dieser Künstler mit dem späten Johnny Cash verglichen. Ich habe jenen nie gehört, kann aber keine Ähnlichkeit mit dem Man in Black erkennen, wie er mir bekannt ist. Doch das heisst nichts. Was andere mit ihren Instrumenten machen, macht William mit seiner heiseren, vielsagenden, tiefen Stimme. Er scheint sich viele Gedanken um’s Leben (und um’s Sterben) zu machen. Ein Philiosoph, also. Deshalb hört man ihm wahrscheinlich auch gerne und gebannt zu, denn schön ist sein Gesang nicht. Doch sobald  William „Hard Times“ anstimmt – wer kann da widerstehen?

 

 

Ghoultown
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Italo Western fallen einem ein, wenn man das erste Stück von Ghoultown mit seinem mexikanischen Touch hört. Doch der erste Eindruck täuscht. Ghoultown sind eine Psycho-Party Band, die voll auf Polka und extreme Lautstärke macht. Ihr Tonträger fasst denn auch nur 9 Stücke….doch die hält man wohl nur in Party-Laune aus…und wenn man Pogo tanzen kann….

 

 

Ola Belle Reed
Rising Sun Melodies
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Über Ola Belel Reed weiss ich nichts. Doch ihr Name tauchte irgendwo auf, also suchte ich nach ihr. Und fand obenstehende CD – sogar bei Amazon. Eine ausgezeichnete Banjo-Spielerin, singt Ola so wie sie aussieht: Vom Leben gezeichnet, eher rau. Trotzdem nimmt ihre String Musik gefangen und sie steht der Carter Familie in nichts nach. ‚Back to the Roots‘ heisst die Devise, die gut tut und solche Rohdiamanten wie Ola in Erinnerung ruft. Klasse.

 

The Kossoy Sisters with Erik Darling
Bowling Green
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Diese zwei halten die Traditionen der Appalachen am Leben. Zart und fein ist ihr Gesang, sie bieten vorwiegend Standards wie „Little Birdie“ oder „Down in the Willow Garden„. Ihre Versionen klingen, als würden sie auf der Veranda sitzen und die musikalische Gemeinsamkeiten voll geniessen und ausleben. Schön.

 

 

Mean Mary
YEar of the Sparrow
Erhöltich bei: www.amazon.de (Sampler)

Wunderschöne, keltische Klänge, die aber auch aus den Appalachen stammen können, mit einer relativ tiefen, starken weiblichen Stimme im Vordergrund. Die Schönheit des Gesanges wird voll ausgenutzt, wird dazu verwendet, den Zuhörer in den Bann zu ziehen. Beim laschen, trägen „Memphis Moon“ dürfte das problemlos gelingen

 

 

The Fence Siters
More Blue Than Green
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Progressive Bluegrass-Musik? Wohl eher akustische Folk-Musik. Auch mal mit schrägen Tönen, aber sehr abwechslungsreich gehalten…… Da gibt’s Songs, die so entspannt wie „Highway Onion“ sind. Oder man sieht sich im Liegestuhl bei „Blue Hawaii Moon„. Am Ende kriegt das Feiern eine ganz neue Bedeutung mit dem Honky Tonk „Jesus Walk me To the Bar“.

 

Raisin‘ Heck
Onion Honey
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Das erste, ziemlich schräge Stück, ist unglücklich gewählt. Da will man nur noch weghören, wenn es in seiner ganzen Eigentümlichkeit erklingt. Im HIntergrund spielen ein paar Fiddles einen Rhythmus, der zum Gesang nicht zu passen scheint. Doch vielleicht entwickelt sich die Nummer ja noch – bei CD Baby kriegt man nur ein paar Noten zu hören, dann folgt das nächste Stück. „Boxcar Betty Blues„, der zweite Titel, ist umso besser. Man möchte mitträllern, mitklatschen, mitschunkeln.  „500 MIles“ kenne ich. Ist ein Standard. Ich hab‘ ihn auf irgendeinem Sampler drauf. Der Titel gehörte immer zu meinen LIeblings-Nummern, weil er so entspannt ist, ein Ziel vor Augen hat. „In The Pines“ zeigt den Mut, den das Mädchen, die Leadsängerin, besitzt. Sie singt aus voller Röhre, kennt keine Hemmungen, nimmt das Stück völlig in sich auf und gibt alles wieder, was sie zu empfinden scheint. Auch „The Cuckoo“ mochte ich immer. Mich ziehen Stücke an, deren Melodie sich mit dem Worten zu identifizieren scheint und beim Kuckuck ist das für mich der Fall. MIt einem langsamen, schrägen „Old Joe Brook“ blendet sich die CD aus. Die Arbeit strotzt vor Talent und so wirken die Klänge noch lange im Zuhörer nach.

 

Salacious James & The Wicked Pretenders
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Eine Liebeserklärung muss nicht aus komplizierten Worten bestehen. Einfache tun’s – zumal, wenn dazu eine schlichte Melodie wie bei James‘ „Fat Chances“ eingesetzt wird. Und selbst, wenn der gute Mann aufdreht, wie beim jazzigen „Who I am„, geht vom Interpreten eine grosse Ruhe aus. Wäre die Orgel nicht…. Doch sie kommt ja nicht bei jeder Nummer zum Zug. Glücklicherweise. Wer selber ein bisschen philosophieren möchte und dazu eine ruhige Musik braucht, greife zu Salacious James.

 

 

Rockin‘ Chain
Songs To Listen and Drink To
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

‚Steve Earle mit Dobro‘ ging mir durch den Sinn, als ich die Stimme hörte. Das Muster bleibt dasselbe, deshalb wirkt die CD nach kurzer Zeit ein bisschen langweilig. Gutes Mittelfeld, würde ich mal sagen. Nicht nötig, doch wer schon alles hat….

 

 

Henry Sapoznik
Banjew
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Schöne, traditionelle Bluegrass-Musik und-Old Time Musik, mal mehrstimmig, mal als Banjoinstrumental

 

 

 

Amy Ladd & Friends
Leaving on your mind
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wieder einmal eine typische, traditionelle Country Musik CD. Endlich. Darunter Standards wie „I can’t help it“ oder das geniale „Leaving on your mind“ (Patsy Cline). Ich muss sagen, bei Letzterem gibt sich die Sängerin grosse Mühe, wie Patsy zu klingen. Und ist erfolgreich. Was den Rest der Nummern anbelangt, muss ich sagen, dass Amy Ladd nie zu meinen Lieblingssängerinnen gehören wird. Ich mag ihren Gesangsstil nicht. Normalerweise lässt sie die Stimme fallen, hält die Noten nicht bis zum Ende aus – wie alle anderen, halt. Dafür gebe ich ihr für Patsy’s Song die volle Punktzahl.

 

The Palomars
Supper Club Riot
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Und zur Abwechslung ein bisschen Rockabilly gefällig? Guter Rockabilly? Wenigstens die Eröffnungsnummer ist in dem Genre gehalten. Dem folgt ein Western Swing, abgelöst von einem gesanglich weniger gelungenen Rock’n’Roll-Klassiker namens „Sweet Sweet Girl“. Auch die nächste Nummer, „Crazy Man Crazy“ hält sich ans Genre – sie ist Bill Haley gewidmet. Die Jungs bewegen sich durch alle Stile der Fifties. Diejenigen, die Swing oder Rock’n’Roll gewidmet sind, liegen mir weniger. Leider hält sich gerade Rockabilly in Grenzen. So auch meine Begeisterung

 

Paul Kovac with David Mayfield, Bill Lestock, Kevin Johnson, Ron Bonkowski
Ohio Bluegrass from the Appalachian Plateau, Vol. 1
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Eine Vorzeige-Bluegrass-CD im tradionellen Stil. Fehlerlos, tadellos. Die gewählten Stücke sind klasse, der mehrstimmige Gesang ebenso und die Musiker wissen, was sie tun. Ein Juwel.
 

Omar Romero
Hog Wild
Erhältlich bei: https://www.bear-family.com/romero-omar-hog-wild…plus-demos-und-outtakes-2-cd.html

Das 2-CD-fassende Meisterwerk inkl. Demos und Outtakes. Leider sind keine Sampler abrufbar, dennoch ist Omar einer der besten Rockabilly-Künstler unserer Zeit und u.a. derjenige, der hinter den gleichermassen genialen Delta Bombers steckt. So ist denn  jede seiner CD’s gut. Sein unglaubliches Temperament, seine Experimentierfreudigkeit, sein Gespür für Rhythmus und Gesang garantiert hochstehende Qualität bei allem, was er veröffentlicht. So kann man sich auch bei der Doppel-CD darauf verlassen, dass, wenn das Herz für Rockabilly schlägt, man von Omar Romero sicher nicht enttäuscht wird. Der kleine Mexikaner tritt übrigens am 12.08.2017 am Get Rhythm Go Wild Festival in Ebelsbach auf.

 

Chuy & the Bobcats
Erhältlich bei: www.amazon.de
Sampler: http://www.melodish.com/index.php?action=search HYPERLINK „http://www.melodish.com/index.php?action=search&ytq=Chuy%20%26%20the%20Bobcats“& HYPERLINK „http://www.melodish.com/index.php?action=search&ytq=Chuy%20%26%20the%20Bobcats“ytq=Chuy%20%26%20the%20Bobcats

Auch diese Band tritt am übernächsten Wochende in Ebelsbach auf. Kein Wunder, denn sie arbeiten beim Wild Records Label, wo Omar der Produzent ist. Der widererkennbare Sound offenbart sich, sobald man den einzelnen Sampler anhört ….. Die Rockabilly-Gruppe ist echt stark.

 

Jerry Reed
The Essential
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

NIcht mehr die neueste CD, doch eine, die mir am Herzen liegt. Denn Jerry Reed war nicht nur der Trucker in Burt Reynolds  ‚Ausgekochten Schlitzohr‘. Jerry Reed war auch ein exzellenter Gitarrist und Sänger. Essentielle Nummern im wahrsten Sinne sind das hier eingeschlossene „Guitar Man“ genauso wie „When you’re hot, you’re hot“. Ich persönlich bevorzuge Nummern wie das entspannte, etwas sentimentale „A Thing called Love“, das einen sensiblen Jerry zeigt. Oder das originelle Trucker-Stück „Ko-Ko Joe„, mit dem hässlichen Chor im Hintergrund, der ungewöhnlichen Perkussion. Und bei „She Got The Goldmine (I Got The Shaft)“ hat der humorvolle Jerry Reed seinen grossen Auftritt.

Louvin Brothers
Eight Classic Albums
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Darf ich vorstellen? Für mich das beste Bruder-Duett aller Zeiten: Ira und Charlie Louvin = die Louvin Brothers. U.a. Vorbilder der Everly Brothers. Ihnen eigenen sind starke, ausserordentlich gute Harmonien, die vor allem durch Ira’s starke Stimme eine besondere Bedeutung bekommen. Ihr Repertoire besteht aus Gospeln, Mörder-Balladen, Liebesliedern, Standards – und Bluegrass Songs. Wobei sie bei Bluegrassern wohlverstanden nicht als Bluegrass gelten. Sei’s drum. Was immer sie sind, ob Hillbilly, klassische Country-Musik oder Bluegrass: Die Brüder waren genial, was dieses 4-teilige CD Set beweisen dürfte.

 

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