728 X 90

Country Music CD News Juli 2017 von Andrea Weber

By Andrea Weber — Juli 03, 2017

Big Bad Rooster
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Eine junge String Band, die für jede Party zu haben ist. Sie haben es auf rassige, temperamentvolle Stücke abgesehen und bauen sogar „Midnight Special“ in ihr Repertoire einbauen. Die zwei langsamen Titel zeigen, dass die Kalifornier auch ausgezeichnete Sänger sind

 

 

 

Willy Lee, Danny Knicely & John Flower
The Evenin‘ News
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Traditionelle Bluegrass-Musik aus Virginia. Das traditionelle Stück „Rye Whiskey“ steht für die getragenen Nummern der CD. Wer für Accapella ist, höre sich „Got a Mother Done Gone“ an. Dort wird auch klar, wie gut die 3 Stimmen harmonisieren und wie gekonnt die Musiker davon zu profitieren wissen.

 

 

The Brothers Blue
Big Eyed Rabbit
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Auch wieder eine geniale String Band, die den keltischen Klang ihres ausgewählten Genres gekonnt in ihre Songs einbauen. Vor allem durch die Geige spricht er. Der Tonträger ist abwechslungsreich gehalten, so dass es dem Zuhörer nie langweilig wird. Schon das ist eine Kunst für sich.

 

 

The Jelly Roll Men
Jelly Roll Shuffle
Erhältlich bei: http://www.rhythmbomb.com/the-jelly-roll-men-jelly-roll-shuffle/ (Sampler)

Eine typische, dem Boogie verpflichtete Band, mit grossartiger, rauchiger Blues-Harmonika.

 

 

 

Eddie & The Head-Starts
My name is Eddie
Erhältlich bei: http://www.rhythmbomb.com/eddie-and-the-head-starts-my-name-is-eddie-45rpm/ (Sampler)

Eine 45-er Scheibe mit nur 4 Stücken. Schade, denn die Gitarre ist toll. Sprich: Die Franzosen sind klasse. Mal gucken, wie lange es geht, bis sie eine komplette CD herausgeben. Diese Platte erscheint übrigens erst im August

 

 

Crystal & Runnin‘ Wild
Already Damned
Erhältlich bei: http://www.rhythmbomb.com/crystal-runnin-wild-7inch-45rpm/ (Samplers)

Nur 2 Stücke – ebenfalls auf einer 45rpm. Ein Titel ist ein typisches, traditionelles Country-Duett, der andere ein rassiger Rockabilly. Das Mädchen hat eine begnadete Stimme und weiss diese auch einzusetzen. Dazu lässt sie sich von einer erstklassigen Band begleiten.

 

 

 

The Kokomo Kings
Too Good to stay away from
Erhältlich bei: http://www.rhythmbomb.com/the-kokomo-kings-too-good-to-stay-away-from/ (Sampler)

Guter, lebhafter Juke Joint Boogie, wie ihn einst Jimmy Reed und Konsorte brachten. Der Rhythmus klingt lange nach, die Füsse können nicht still bleiben und man ahnt wieder mal, wie die Melodie verlaufen wird. Klasse.

 

 

 

Vince & The Sun Boppers
Spinnin‘ around
Erhältlich bei: http://www.rhythmbomb.com/vince-and-the-sun-boppers-spinnin-around/

Wie’s der Name schon verrät: Durchaus tanzbare Musik – wenn man denn Rock’n’Roll meint. Ab und an auch Rockabilly, vorwiegend jedoch einfach gestrickter Rock’n’Roll. Gut für Tänzer. Nummern wie „Hold My Hand“ lassen aber sicher auch die Füsse von Nichttänzern wippen.

 

 

 

Ramblin Bandits
On a Hill
Erhältlich bei: https://www.bear-family.de/ramblin-bandits-the-on-a-hill-cd.html (Sampler)

Den Spass, den die 3 auf dem Cover ihrer CD versprühen, geht sicher auf die Zuhörer über, wenn die erste Nummer erklingt. Darauf wette ich. Satter, rassiger Rockabilly. Seit 2008 bei Johnny Horsepower und 13 Jahre bei der Wild Wax Combo – das ist André Prenthun, der Gitarrist. Die Jungs aus Dänemark schreiben ihre eigenen Stücke – ihr Stil ist Garagen-Rockabilly mit ein paar Blueselementen und 60er Jahre Sound. Genial.

 

 

The Frettones
Invincible
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Frettones, einst die beste Rockabilly-Band Schottlands, gibt es mittlerweile nicht mehr, denn ihr Leadsänger, Keith Tucker, ist verstorben. Doch die hohe Qualität ihrer Musik bleibt und diese CD zeigt deutlich auf, wie gut die Gruppe war. Ein klever zusammengestelltes Album mit unterschiedlichen Stilrichtungen, vom Rockabilly über Western Swing zu Honky Tonk – äusserst gelungen.

 

 

 

Gentlemen of the Woods
Radiance
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Also ich hätte Bluegrass erwartet. Stattdessen machen die Jungs ’ne moderne Art von Skiffle – Bluegrass inklusive.  Dann klingen sie auch mal wie die Beatles, wenn die auf Country gemacht hätten….Auch ein bisschen Folk ist dabei. Viele Titel sind durch den treibenden Rhythmus und das Banjo, das immer irgendwo vorhanden ist, sowie den mehrstimmigen Gesang wahre Ohrwürmer. Frisch. Klasse.

 

 

Clayton Knight
Big as Life
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Müsste ich zu vorstehender CD eine zweite aussuchen, wäre es oben stehende gewesen. Der Sound ist beinahe derselbe, dank dem Fingerpicking Banjo. Ich mag vor allem den sentimentalen „Maddi’s Waltz“ – die Mandoline erinnert mich an Big Mon’s  „My last days on Earth“.  Dabei kann der Mann mit der rauen, rebellischen Stimme auch anders, nämlich humorvoll: „Too Many Choices„, z.B. Grandios.

 

 

Matt & George and Their Pleasant Valley Boys
Blue Grass Style
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Unglaublich. Schon beim ersten Stück kamen mir die Tränen. Dabei habe ich so etwas vermutet, als ich die CD Hülle sah. So sahen die LP-Hüllen früher, in den 40er, 50er Jahren aus. Also definierten die Beiden ihren Stil vorgängig mal für die Augen. Aber die OHREN!!! Die OHREN!!! Wen soll ich bloss aufzählen? Die Louvins? Die Osborne Brothers? Big Mon? Die Stanley Brothers? Lester Flatt? Johnny und Jack? Egal, wen ich nenne – die beiden klingen nach der authentischen, ursprünglichen, tollen, mehrstimmigen Bluegrass-Musik, in die ich mich einst verliebte. Und wie sehr ich sie immer noch mag, wurde mir beim Anhören ihres Tonträgers bewusst. Danke, Jungs. 5 Sterne Deluxe.

 

Cole & Younger
Ende of the Row
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

„Traditionelle Country-Musik“ nennt sie CD Baby. Nun ja. Soweit würde ich nicht gehen…was geht im Hintergrund ab? Ein feines Schlagzeug oder Perkussionsinstrumente? Auch ist das Ganze verstärkt…… trotzdem. „Life’s Highway“ ist gelungen und eröffnet den Reigen…..So haben Country Bands in den 60ern, 70ern, gelungen. Nun ja. Das zweite Stück verstärkt meine Skepsis. Schlagzeug und eine elektrische Gitarre, beinahe Südstaaten-Rock. Der wird durch einen Polka unterbrochen. Das ist doch viel besser. „Lazy Bones“ ist ein Ohrwurm. Und der Banjospieler ein Könner. Die Band mag meiner Meinung nach Stilbrüche, denn hernach eröffnet eine elektrische Gitarre eine moderne Ballade. Und da haben wir schon das Konzept der CD. Abwechslungsweise Tradition und Moderne. Nun. Ich bin für das Erstere. Da zeigt sich auch die Qualität.

 

Johnny Bush
The absolute
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Johnny Bush steht für den Honky Tonk, wie ich ihn liebe. Er ist eine Legende. Hier brilliert er einmal mehr mit „Today I Started Loving You Again“ oder  „Whiskey River“, Das ist Texas. Und das ist auch der Unterschied zwischen Nashville und Texas. Schön.

 

 

The Barrel Boys
Cold Spring
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Auch die Barrel Boys fungieren im Bluegrass-Stil – mehrstimmig.  Für mich sind sie eher eine ‚Back Porch“ Band, wie die Dillards, was aber nichts Negatives ist. Man stelle sich in ihrer Mitte vor, wie man mit ihnen Mitträllert.  Oder Mitheult bei “ Bored, Broke, And Sober„. Schön, Brüder.

 

 

Darrel Higham
Hell’s Hotel
Erhältlich bei: https://www.amazon.de

Darf ich vorstellen? Das ist die Nr. 6 der Independent Charts. Wie er auf seiner Facebook-Seite meint, der junge Mann. Darrel Higham hat für seine neue CD zu komponieren begonnen, während seine Ehe mit Imelda May in die Brüche ging. Der Tonträger startet mit einer typischen Higham-Nummer. Rassig, gute Gitarre, Rockabilly, halt. Bei „Turn Around And Go“ kommt der typische Rebellismus auf, der einen automatisch überfällt, wenn eine Beziehung zu Ende geht. Trotz, ist das – in Musik umgesetzt. „When you smile“ ist eine Liebeserklärung. Zum Chor mag ich Darrel’s Stimme nicht. Er ist und bleibt halt ein Eddie Cochran Fan, der seinem Idol nacheifert. „In Summer“ hätte denn auch sein Vorbild komponieren können…..da sieht man sich schon in den Liegestühlen liegen und dem jungen Mann zuhören…. „Hank Williams and Me“ hat weniger mit der Musik von King Hank zu tun – vielmehr mit dem, was er bei Darrel auslöst. Das ist beinahe schon eine Psycho-Nummer geworden. „Nearer to a Love“ ist eine Schunkel-Nummer und drückt auf die Tränen-Drüsen. „My Old Friend“ ist bis hierher die beste Nummer. Rassig, mit schöner Gitarre. „And the Angels Cried“ ist schon beinahe hart. Schöner Rhythmus. Wieder ganz Darrel. „Save me with your kiss“ ist – SKA? Komisch. „I found a smile“ ist irre. Psycho. „The Blues is the Blues“ gefällt mir einmal mehr. Recht hat er, der Darrel. Wer mit einem so starken Stück wie „Please give me something“ abschliesst, ist entweder irre – oder ein Könner. Die Version von Darrel Higham, die dem Original nahe kommt, beweist Letzteres.

Steve Earle
So You Wanna Be An Outlaw
Erhältlich bei: www.amazon.de (Sampler)

Wieder mit den Dukes, heisst: Elektrisch, laut. Den Reigen eröffnet Steve Earle wie immer mit lascher Stimme, aber einem rassigen Stück. „Looking for a Woman“ entspricht ihm wie keine andere Nummer auf dem Album. Viel Glück, Mr. Earle. Es gibt halt Menschen, die sind absolut nicht lernfährig – doch wenn das in einem guten Stück ausartet, hab‘ ich nichts dagegen. Für mich macht neben dem typischen Country-Rock das etwas sanftere Duett „This is how it Ends“ den ersten Höhepunkt. Gleich darauf folgt der Zweite und das, weil er einfach hier den grossen Steve Earle zeigt, zu dem der rebellische Songwriter fähig ist:  „The Girl on the Mountain“ braucht Mut, zumal, wenn man vorher durchwegs ein völlig anderen Stil vertrat. Nun, bei diesem genialen Titel, übertrifft sich Steve Earle wieder einmal selbst. Für solche Stücke mag ich ihn. Tieftraurige, deprimierende, solche, die auf die Tränendrüsen drücken. Solche, die einen nicht mehr loslassen, denen man sich völlig ausgeliefert fühlt. „You broke my heart“ ist auch gelungen, vor allem der ungewohnte Rhythmus. „Walking in L.A.“ wird wieder laut, ein Honky Tonk, mit den üblichen schrägen Tönen. „Sunset Highway“ lässt die Gitarre entfernt an das Grosse „Hillbilly Highway“ erinnern. Doch so gut ist die Nummer lange nicht geworden. Bei „Goodbye Michaelangelo“ setzt sich Steve Earle nicht nur mit dem Künstler auseinander, sondern mit dem Tod. Eine gute CD, mit 2, 3 ‚echten‘ Steve-Earle Songs – der Rest klingt nach Dukes.

 

PT & The Cruisers
Coutnry Cruisin‘
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Stimme garantiert Gänsehaut. Vor allem, wenn die Bands Standards wie „Sea of Heartbreak“ anstimmt, kommt Freude auf. Interessant ist auch PT’s Version von „Crazy“, ein Stück der grossen Patsy Cline. Nun – auf die Orgel hätte sie besser verzichtet, ansonsten gibt sie sich grosse Mühe, dem Superstar nahe zu kommen. „Someday Soon“ verstehe ich nicht. Klingt nach einem Tag im Liegestuhl. Sie will hier viel sagen, doch ich hör‘ ihr gar nicht zu, weil ich die Musik nicht mag. „I’m Satisfied with You“ ist ein typischer Western Swing. Mit „I’ll Be There (If You Ever Want Me)“ versucht sich PT an einem weiteren Standard. Erfolg-reich, wie ich finde. Die nur 7-Stücke fassende CD endet mit „Yellow Rose of Texas“… klingt, als würde hier eine Schallplatte ihre Kreise ziehen. Originell. Alles in einem ein sehr guter Tonträger mit klassischer Country-Musik.

 

Shotgun Bill
Train Cars and Prison Bars… and a White Guitar
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Während die Stimme etwas eintönig wirkt, bin ich umso begeisterter von der Gitarre. „My Girl“ ist ohnehin eine gute Nummer……..und Shotgun Bill weiss dies erfolgreich zu nutzen. Von der ersten Note an will man mitsingen, mittanzen, mitwirken. Auch „Northbound“ ist ein erstklassiges Stück, von dem man glaubt, es genau zu kennen, so einfach kommt die Melodie daher – weshalb sie wohl auch gleich zum Ohrwurm wird. „Oh Bury Me“ wäre eigentlich eine Bluegrass-Nummer – wenn sich nur Shotgun Bill nicht eingemischt hätte. Nun kommt das Dobro hinzu und ein unwiderstehlicher Rhythmus wird angestimmt. Wow. Und so geht’s weiter – ohne Unterlass. Jede Nummer begeistert. Unglaublich, dass dieser Mann 1973 als Bassist in New Jersey begann. Seit 2012 arbeitete er mit Frank Patrouch zusammen, 2015 entstand eine gemeinsame Duo CD, 2016 folgte die CD „Shotgun Bill- the B- Sides“. Und noch im selben Jahre wurde „Unplugged and Uncouth„. von Frank & Bill herausgegeben. Wen verwundert’s, wenn man liest dass Shotgun Bill auch Erfahrungen mit Rockabilly sammelte („You Get the Coffee„). Und auch Blues zählt zu seinem Repertoire, wie er mit „The Lord Helps the Man„. Einzig „Broke“ kann ich nicht viel abgewinnen, obschon der Titel originell ist. Wieder einmal eine CD, wo ich einen Kauf ernsthaft in Betracht ziehe.

 

Lips Manly
Dreadfull Pleasures
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ein ausgezeichneter Musiker, der auf den seltenen Jug-Band-Stil macht. 5 Stücke, die genug für diesen Sound sind, ansonsten würde es langweilig. So aber findet man Spass an etwas Ungewohntem, das gerade deshalb Reiz hat, zumal Lips‘ Stimme ausgezeichnet zum gewählten, jazzigen Stil passt.

 

 

 

Bill Lowery
Tennessee Valley Mandolin
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Mandolinen-Enthusiasten werden begeistet sein von dem Talent, dass Bill Lowery auf dem Tonträger offenbart. Alle 14 Stücke sind instrumental. Wie schön eine Mandoline klingen kann, zeigt sich meiner Meinung nach bei dem getragenen „The Waltz You Saved for Me“ deutlich. Eine atemberaubende Arbeit – nicht nur, was das Tempo anbelangt – die CD stimmt rundum.

 

 

The Wildwood Dreamers
Hiding on the Moon
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Eine etwas unruhige Rockabilly-Nummer macht gleich den Anfang – und den Titel der CD. Mir gefällt die Gitarre hier nur bedingt, weil sie klingt, als würde sie die Unruhe verursachen. Bei „Shadow of a Doubt“ ist der Rhythmus sympathisch. Bei „Ten Years Ago“ finde ich amüsant, wie der Sänger alles gibt, auch wenn er gesanglich nicht immer den richtigen Ton trifft. 12 Titel bietet das Rockabilly-Ensemble. Meiner Meinung nach kann sich die Band noch verbessern, bzw. man hört, dass sie sich am Anfang ihrer Karriere befinden bzw. ihre erste vollständige CD veröffentlichen. Die Stücke sind durchwegs gut gewählt  bzw. sind abwechslungsreich gehalten.

 

 

The Burning Bridges
Down This Old Road
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Der Name des Tonrtäger verrät’s: Die Band wandert auf der ‚alten Strasse‘, jener, die z.B. die Carter Family erfolgreich ging. Ich schätze solche Gruppen, denn sie sorgen dafür, dass Traditionen nicht vergessen gehen und bringen uns wieder in Erinnerung, was im Leben zählt – nicht die Elektronik, um ehrlich zu sein. Standards wie You’re Running Wild“ oder „If I Needed You“ locken hier – wie kann man ihnen widerstehen – auch wenn die Originale eindeutig besser sind. Ungewöhnlich ist die Old Time-Version von „Baby Please Don’t Go“, die durchwegs gelungen ist oder das treibende „Mystery Train“ . Wirklich gut.

Comments are closed.

Leave A Reply

css.php