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Endlich, Danny June Smith in Niedersachsen …

By Susann Krix — Juni 06, 2017

Ein Bericht von Country Buddy (Andreas Weise)

Eine wunderschöne Landschaft breitete sich vor mir aus, ländlich geprägt und sehr einladend. Ich schlenderte, wie mir die beiden Ladies es gesagt hatten den Weg weiter, immer den Hüten nach’, wie sie meinten. Rechts von mir Baumumsäumte Weiden, links von mir drang der Klang von Countrymusik an mein Ohr. Musste ja gleich da sein, und dann, links von mir tauchten die ersten Zelte auf, Sternenbanner zeigten sich in der leichten Brise, der Puls ging höher, gleich war es soweit. Bis eben dachte ich noch, ich fahre zu irgendeiner Kneipe, war morgens schockiert, dass nur sechs Leute angemeldet waren. Danny-June in Norddeutschland, und nur sechs Anmeldungen. Ich bog um die Ecke und dann stand ich vor der Kasse. Bis jetzt wusste ich nicht, dass diese Veranstaltung schon zum 21. Mal vom Country Club Wild West in Radbruch organisiert wurde. Ein großer Bauernhof bot die Kulisse für dieses Countryfest, rechts und links waren schicke Buden mit allen möglichen Angeboten, von Westernwear über leckeres Eis, gekühltes Bier (vermute das war gekühlt), Bratwurst und Krakauer vom Grill, Crepes und diverse andere Leckereien, alles, damit sich die Cowgirls und –boys wohl fühlen. Mein Kompliment an die Veranstalter, Ihr habt wirklich eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen; was hab ich nur die letzten Jahre verpasst.

Durchweg sympatisches Publikum unterhielt sich, besorgte sich ein neues Bolo oder döste in der Sonne. Crepes und Eiswagen schienen heute sehr beliebt. Überall waren Bierzeltgarnituren aufgestellt, die kaum noch einen Platz boten. Vor der Bühne eine große Tanzfläche für die Linedancer, links von der Bühne sehr viele Aktivitäten, wie Hüpfburgen und weitere Spielmöglichkeiten für die vielen Kinder, die dort richtig Spaß hatten, rechts von der Bühne eine kleinere Plattform, Schischi & The Duke boten dort ein unterhaltsames Pausenprogramm, eine Bitte an die Beiden, die wirklich klasse waren und Stimmung machten. Wenn Ihr ‚Country Roads‘ singt, dann bitte nicht diese verkorkste Partyversion von ‚Hermesband‘, das geht meiner Meinung nach gar nicht, davon bekommt man Ohrenkrebs. Hinter der Bühne erstreckte sich eine große Wiese, die an ihrem Ende das Clubhaus des Country Club Wild West beherbergte, hier war auch ein authentisches Weißzeltlager zu sehen. Viele authentische Siedler waren mit ihren Frauen zu Gast.

Aber jetzt zum eigentlichen Teil meines Berichtes, mein Pulsschlag ging auf 180 – 200 (gefühlt), als ich sie auf der Bühne entdeckte, nein, falsch, sie hat mich entdeckt. Danny-June, wie machst Du das? Voll konzentriert bei den Vorbereitungen und trotzdem immer noch den Blick auf das Publikum, der kleine Wirbelwind kam sofort an den Bühnenrand und winkte mich sichtlich erfreut zu sich heran. ‚Buddy, schön, dass du da bist’, sagte sie, als sie mich herzlich umarmte. Eine echte Countrylady mit dem Herz am absolut rechten Fleck, nett sympathisch, mitreißend, gar erfrischend.

Und das war die schicke Danny-June dann auch, ich war gespannt, was mich erwartet, denn ich hatte Danny June´s Trail noch nicht gehört. Kurzer Soundcheck, (oder war es ein Flirt mit dem Techniker?), die beiden Gitarristen machten einen sehr sympathischen und spielfreudigen Eindruck, der Bassist Paco, endlich mal ein Basser, der auch lächelt und nicht zu vergessen dieser Drummer, der am Abend noch sehr gefordert wurde. Ich klatschte noch mit, da war der Soundcheck auch schon vorbei. Der Townsheriff kam auf die Bühne, bedankte sich bei allen Mithelfern für die tatkräftige Unterstützung seiner Helfer, ohne die man so ein schönes Fest nicht realisieren kann; und wünschte allen einen schönen Abend mit Danny June´s Trail.

Und dann ging es endlich los? Neee, ein brachialer Sound, der keine Wünsche offen ließ, wurde von Danny-June und ihren Mannen auf das Publikum abgefeuert. Wow, sowas hab ich lange nicht erlebt. Dave Dudley, dein Song ‚Six Days on the Road’ im neuen Gewand, wie für sie geschrieben, beeindruckend, mit welcher Power dieses Lied rüberkam. Das Publikum war sofort gefesselt von dieser ausdrucksvollen Stimme, gepaart mit den tollen Licks der Gitarristen und dem fetten Beat der Drums. Dave Dudley war schon richtig gut, bis dato hätte ich nicht gedacht, dass eine Lady diesen Song interpretiert. Gut, dass es die Erdanziehungskraft gibt. Ehrlich, ich fand es absolut Hammer. Viel gelesen über diese Formation, hörte ich sie jetzt endlich mal life. Nach jedem Song sprach Danny-June die Leute aufs Neue an, erzählte etwas über den Song und bedankte sich für den netten Applaus. Hatte auch kein Problem damit, mal drei nette kleine Mädchen auf der Bühne tanzen zu lassen. Die kleine Lady zog mit ihrer freundlichen, herzlichen Art das Publikum in ihren Bann und die Tanzfläche war von Anfang an gut besetzt.

Und dann kam ein Song aus Australien; ‚Summerfly’ von Haley Westenra, Leute. Danny- June spielte das Intro zu diesem Song mit der Blockflöte, vor meinen Augen tat sich die unendliche Weite dieses Landes auf. Man spürt bei jedem Song die Freude, die diese kleine Lady mit der großen Stimme hat. Und dann kam auch schon eines meiner Lieblingslieder, was ich gewünscht habe, ‚Nur einen Herzschlag entfernt’von ihrem Album: ‚Für dich ganz allein’.

‚Hotel California’ gehört genauso in ihr Repertoire wie ‚He’s all yours’ von Sherrie´Austin, aber auch ‚You Shook me all Night Long’ von ACDC. Ein tolles Programm mit eigenen Songs ihres aktuellen Albums, wie z. B. ‚Mit Cowboyhut und Stiefeln’ und ‚Gib dein Herz nicht für mich her’ und Coverversionen von Lee Ann Womack: ‚You’ve got to talk to me’ oder Lynyrd Skynyrd zogen das Publikum immer wieder in ihren Bann. Mit ‚Sweet Home Alabama’ haben sich diese fünf sympathischen Musikern von ihrem Publikum verabschiedet.

Ein wunderschöner Abend mit ein paar vereinzelten Regentropfen ging viel zu früh zu Ende.

Nun ein Apell an unsere Medien, ‚Das Beste am Norden’ wurde zum Beispiel mit diesem Event deutlich gemacht, viele begeisterte Besucher waren dort. Trotzdem wird die Countrymusik vom NDR total ignoriert, ich habe noch nicht einen einzigen Song von Danny June Smith bei uns gehört. Wie ich den NDR einschätze, wird das auch niemals der Fall sein, obwohl diese charismatische Sängerin europaweit prämiert wurde, kommt da nichts von den Medien.

Leute, wer Danny June Smith nicht kennt, hat die Welt verpennt.

Ich wünsche Allen eine schöne, friedvolle Zeit und noch viele schöne Veranstaltungen, trotzen wir den derzeitigen Bedrohungen.

Euer Country Buddy

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