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Torfrock – 40 Jahre beinharter Friesenrock

By Susann Krix — März 26, 2017

Bagaluten-Wiehnacht im Winter 2016 war wieder hammermäßig. Weiter geht’s und das spielfreudiger, grooviger und mitsingbarer denn je. Das Publikum freut’s und möchte mehr – sollen sie bekommen! Deshalb sind die Torfrocker 2017 weiter dabei, mit ihren typisch humorigen Rocksongs kreuz und quer durch die Lande zu touren. Ganz nach ihrem Motto: Volles Rohr voraus, Torfmoorholm ist überall – lassen wir es kesseln! Seit nun 7 Jahren sind die Torfrocker, alljährlich Ende April, im American Western Saloon, anzutreffen, wo ihre Gassenhauer, wie Butterfahrt, Der Boxer, Kettenhemd, Rollo der Wikinger und Beinhart wie ein Rocker, einfach nur kesseln!
Die Besetzung von Torfrock hat sich durchaus ein wenig verändert auf diesem langen Weg und im Laufe der Jahre. Torfrock, das sind heute Klaus Büchner und Raymond Voß, die beiden Gründerväter, die sich einst im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater trafen, um Texte von Edgar Allan Poe zu vertonen. Mit einer Schnapsidee ging Torfrock an den Start und Jimi Hendrix kam zu einer unwahrscheinlichen Hommage: Sein „Hey Joe“ wurde auch mit plattdeutschem Text („He Jo“) ein Hit, der erste für Torfrock in einer langen Reihe von Nachfolgern und ein Hit, mit dem der Gitarrengott Hendrix auch heute noch gebührend geehrt wird.
Heute gehören neben Klaus Büchner (Gesang, Gedichte und alle erdenklichen Flöten) und Raymond Voß (jede Menge Gitarren, Gesang und manchmal Bass) auch Volker Schmidt (Bass, Gesang und manchmal Gitarre) sowie Trommler und Junior der Band Stefan Lehmann dazu, der zusammen mit den druckvollen Bassläufen von Volker dem altbewährten Klangkleid der Torfrocker den neuzeitlich groovenden Wumms verpasst.
Natürlich gibt es etwas, was nicht wenig verwundert und zum Phänomen Torfrock beiträgt: seit 1977, also seit 40 Jahren und mit etwa 32 Tonträgern und DVD’s (Das letzte Album „Meisterstücke“ erschien 2014), als „Material“ sind die Torfrocker aus „Torfmoorholm“ (suchen Sie das mal auf der Landkarte, der Finder kriegt ’ne Belohnung) Jahr für Jahr unterwegs in deutschen Landen, fast immer vor restlos ausverkauften Häusern.
Torfrocks (fiktiver) Mikrokosmos, der durch die „humorigen“ Geschichten aus dem Leben ihrer liebenswerten, trinkfreudig-chaotischen Wikingertruppe aus Haithabu und deren Nachkommenschaft entsteht, beweist auch heute noch eine ungeahnte Anziehungskraft auf das Publikum, das durchaus auch bei den Konzerten in voller, liebevoll gebastelter Wikingermontur samt Helm und Fellschurz aufschlägt – wobei die „Waffen“ brav an der Garderobe abgegeben werden. Wie zum Beispiel beim alljährlichen vorweihnachtlichen Konzerterlebnis mit Torfrock in der komplett ausverkauften, freudig tobenden Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg.
Nicht nur in den Hallen und Sälen der Republik bei der Bagaluten-Wiehnachts-Tour sind Torfrock gern gesehene Gäste, sondern auch bei Open Air-Festen in schneefreien Zeiten. So stand unter anderem 2010, 2012 und 2016 auch wieder, dass berühmte Wacken Open Air, das Weltfest der Heavy-Metal – Rocker, auf dem Programm und 2016 waren Torfrock auf der Heavy Metall Cruize auf „Mein Schiff“ dabei.
Übrigens: Auch wenn man es von einer Band wie Torfrock vielleicht nicht gleich erwarten würde, so hat die Band doch auch ausgeprägtes soziales Gewissen. Die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wird seit Jahren durch den Verkauf von Kalendern und Singles unterstützt und ebenso klare Zeichen setzt die Band beim Thema Ausländerfeindlichkeit.

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