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Austin

By eyertt — Januar 01, 2013

Andrea Weber

Am 27. April 2011, glaubt’s oder glaubt’s nicht, blieben wir im Hotelzimmer. Wir waren geschafft von der Anreise (dem Flug, der Anfahrt) und mussten zuerst einmal etwas zurückstecken. Zum Wal-Mart hat’s doch noch gereicht, wo wir uns für unsere Morgenessen versorgten. Dann haben wir noch die Candlewood Suites, wo wir 14 Tage unterkamen, abgecheckt. Es hat einen Fitnessraum (für $10 / Tag), unsere Suite ist einfach gehalten, sie hat dafür eine Küche, ein relativ geräumiges Badzimmer und genug Räumlichkeiten, das Gekaufte zu verstauen. Mit dabei ist auch eine Kaffeemaschine, ein Kühlschrank, eine Mikrowelle, 2 Fernseher, 2 Wecker, 1 grosses Doppelbett und ein ausziehbares Schlafsofa sowie ein grosser Tisch, wo wir nicht nur frühstücken, sondern auch Artikel wie diesen schreiben können.

Tag darauf, also am 28. April, hatten wir’s schon wieder streng. Um 9 Uhr verließen wir das Hotel Richtung Tanger Outlets (bei San Marcos). Das Zentrum besteht aus unzähligen Shops. Noch nie habe ich ein grösseres Outlet gesehen. Eigentlich müsste man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen und der würde kaum ausreichen, besuchte man jedes Geschäft. Auch für Cowboys und Cowgirls gibt’s hier ‘was: Cavender’s. Nur finde ich persönlich den Laden zu teuer, die Verkäufer zu aufdringlich und die Ware sagt mir ebenfalls nicht zu. Die Preisreduktion ist nicht so gross, wie in den anderen Shops.
Bis am frühen Nachmittag waren wir durch. Ich kaufte mir nur ein paar Levis (bei uns kosten die über CHF 100.00, hier bezahlte ich rund CHF 20.00).
Weiter ging’s um ca. 14.00 Uhr. Richtung New Braunfels bzw. Gruene. Ich bin eine begeisterte Anhängerin von Luckenbach, TX. (
www.luckenbachtexas.com) . Luckenbach ist ein bekannter Ort in Texas, von Waylon & Willie besungen. Diesmal ging‘s nach Gruene (www.gruenetexas.com) . Bekannt für die Gruene Hall, wo ausgezeichnete Konzerte stattfinden. Auch bekannt als Besuchermagnet für Touristen. Ich war gespannt auf die Kleinstadt. Und fand ein Juwel vor. Auf unserem Erkundungsspaziergang trafen wir auf den Generalstore, wo von anderen Touristen begeistert Bilder gemacht wurden. Nebenan liegt das Antiquitäten-Geschäft, ca. 1903 erbaut. Weiter ging‘s neben der Gruene Hall hindurch, auf das Gristmill River Restaurant zu. Dort nahmen wir ein gelungenes Mittagessen ein, d.h. mein Salat war riesig und gut gewürzt, das Filet meines Begleiters sah aus wie aus einem Kochbuch. Das Restaurant reicht bis an den Guadalupe River hinab, den wir uns ebenfalls kurz anguckten. Im Ort reiht sich ein Geschäft ans andere. Entweder handelt es sich um Kleider-, Garten- oder Möbel- und Schmuckshops. Ein Geschäft, das mir besonders gut gefiel, war der Lone Star Record Shop. Dort finden sich nur CD‘s, sondern auch Schallplatten, tolle Bilder und sogar Tshirts. Wer so begeistert wie ich von Waylon ist, wird dort eine neue Heimat finden. Der Outlaw ist überall präsent. Da wir Lucky Tubb in der CH nicht sahen, kauften wir wenigstens einer seiner tollen Shirts. Und glaubten der Verkäuferin, die berichtete, der ‚spezielle Junge‘ sei auch live echt gut. Hernach liefen wir noch ein wenig im Ort herum, d.h. in den Geschäften. Was mir besonders gefällt, ist die Sauberkeit, die Wohnutensilien und das Gartenzentrum, wo sich unglaubliche Gartendekorationen wahllos aneinander reihen. Angetan hatte es mir eine Art Windrad in Form einer Blume. Beim blossen Hinsehen hat man das Gefühl, das Ding komme auf einen zu. Eine optische Täuschung, demnach. Grandios.
Erst um 17 Uhr fuhren wir zurück, begeistert und müde. Heute Abend gehen wir in den Broken Spoke (www.brokenspokeaustintx.com), wo wir gespannt auf Weldon Henson, einen Honky Tonker, sind (www.weldonhenson.com). Das Broken Spoke liegt am S. Lamar Blvd. Und ist somit nicht sehr weit von uns entfernt, d.h. leicht zu erreichen. Wir haben dort bereits vor einiger Zeit Dale Watson gesehen. Ich mag den Schuppen. Er ist zwar dunkel, doch gemütlich. Vor dem Komplex steht Bob Wills‘ alter Tourbus, das verpasst dem Honky Tonk einen Hauch Nostalgie. Mal gucken.

Weldon Henson liess auf sich warten. So konnten wir zuerst die Tanzpaare beobachten. Der ganze Broken Spoke war bis zum Bersten gefüllt. Die Tochter der Whites, eine Blondine, die Lorrie Morgan von weitem erstaunlich ähnelte, zeigte sich für die Instruktion zuständig. Meiner Meinung nach handelte es sich bei den Teilnehmern vorwiegend um Studenten. Die irgendeinen Geburtstag feierten, wie wir später ‚rausfanden. Der Two-Step besteht nach Lady White eigentlich aus 3 Schritten. So zählte sie denn 1,2,3, Touch, Touch. Die Situation war unterhaltsam. Es ist immer amüsant, Leute bei so was zu beobachten, vor allem dann, wenn man nicht selber involviert ist.
Im Broken Spoke muss man übrigens, anders wie in anderen Klubs von Austin, Eintritt bezahlen. Gestern hieß dies $5/Person für alle, die nicht an der Tanzlektion interessiert waren.
Die Mädchen waren in kurzen Kleidern und Cowboystiefeln erschienen, die Jungs vorwiegend in Shirt und Jeans. Lockeres Tenue, also. Später stellte sich heraus, dass die besten Tänzer eindeutig diejenigen in Cowboyhüten waren.
Weldon Henson betrat nach der kurzen Lehrstunde (die Studenten kapierten erstaunlich schnell) mit einem Bassisten (elektrisch), einem Gitarristen (elektrisch) und einem Schlagzeuger die Bühne. Von Ferne erinnerte er mich an Shawn aus der Serie „Psych“. Der Junge ist mittelmäßig. Was ich ihm hoch anrechnen muss, waren die Gary Stewart-Songs. „Out of Hand“ ist, durch den Gesang und die Taktwechsel sicher nicht die einfachste Honky Tonk Nummer für einen Künstler. Weldon kriegte sie hin. Allerdings ohne Gary‘s Temperament. Das geht dem Jungen ab. Später brachte er auch noch Gary‘s „Drinkin‘ Thing“, ebenfalls eine grossartige, schwierige Nummer, zumal dieser Titel eigentlich kein Honky Tonk ist. Auch Waylon, Merle Haggard und Buck Owens trug Weldon vor. Er spielte lange, begann er doch um 21.15 Uhr und spielte 2 Stunden später noch immer – ohne Pause. Ist wohl seinem Alter zuzuschreiben. Die CD, die wir vor Ort erstehen konnten, kostete wie üblich, wenn Bands einen Tonträger direkt verkaufen, $10 für 10 Nummern. Auf den ersten Blick kann ich keine Cover-Nummer ausmachen. Gestern hörten wir vorwiegend Versionen bekannter Songs. Ich bin gespannt auf den Tonträger.
Übrigens scheint sich kleidungsmässig eine komische Tradition zu entwickeln. Auch Weldon steht dafür. In Vegas haben wir Cowboys mit Western Shirts erlebt, die Psychobilly vortrugen. Hier, im Land des Honky Tonks, treffen wir auf Jungs, die neutrale, unifarbene Hemden und Jeans mit einfachen Gürteln tragen, um Country Musik zu machen. Dasselbe gilt auch für die Ladys. Vermehrt treffen wir ‚neutral‘ gekleidete Menschen vor Ort an. So fiel denn gestern ein Paar, das sich in Vintage-Western Hemden verpackt hatte, geradezu auf. „Over-dressed“ nennt man das hier.
Alles in allem war Weldon‘s Auftritt ein gelungener Abschluss des gestrigen Tages.
Gruene Eingang zum Restaurant (Blumendeko neben Gruene Hall) Gruene Gartenrestaurant Gruene Gartenzentrum Gruene Guadalupe River Gruene Hall Bepflanzung Gruene Lone Star Records Gruene Tanzhalle Gruene Toilette IMG_0758 IMG_0763 Broken Spoke Interieur Broken Spoke Saloon Interieur Gruene Bed & Breakfast Gruene Brueckengeschichte

 

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