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Interview mit Gold Heart

By eyertt — November 17, 2015

gold_heartWann habt ihr euch dazu entschlossen eine Band zu gründen?
Tori: Wir sind mit vielen verschiedenen Musikrichtungen aufgewachsen, zum Beispiel Gospel, Southern Rock und vielem mehr. Eines Morgens fand unser Vater dann einen Radiosender, auf dem Bluegrassmusik lief. Wir liebten den Sound dieser Musikrichtung sofort und kauften daraufhin einige CDs. Irgendwann kam unser Vater dann auf die Idee, dass wir diese Musik selbst einmal ausprobieren könnten. So hat sich das dann alles ergeben, weshalb wir nach zehn Jahren nun hier sind.

Was wolltet ihr werden, bevor ihr angefangen habt, Bluegrass zu spielen?
Shelby: Ich bin in meiner Freizeit oft mit Pferden geritten und hatte sogar ein eigenes. Da wir im Westen von Amerika lebten, wo so etwas üblich ist, hätte ich sicher mein Hobby in einen Beruf umfunktionieren können.

Tori: Wir alle haben auch viel Spaß am kochen, sodass etwas in dieser Richtung ebenfalls gut möglich gewesen wäre.

Kai: Ich wäre vielleicht Ingenieur geworden, denn ich kenne mich beispielsweise sehr gut mit dem Bau von Flugzeugen aus.

Seit wann ist Kai in der Band?
Tori: Kai ist seit Mai 2015 in der Band. Banjo spielt er erst seit etwa 1 ½ Jahren. Man könnte vielleicht sogar sagen, dass unsere Eltern ihn im gewissen Sinne dazu „erpresst“ haben, mit dem Banjo spielen anzufangen, denn er wollte schon immer mal einen Hund haben. Also sagten sie, er soll ein paar Lieder auf diesem Instrument lernen, dann bekommt er einen. Daraufhin übte und übte er, konnte dieses Instrument aber bis heute nicht mehr weglegen.

Wie lange braucht ihr, bis ihr ein Lied fertiggeschrieben habt?
Jocey: Das variiert oft. Shelby und ich schreiben meist die Lieder. Wir setzen uns dann zusammen, überlegen uns ein Thema und schreiben den Songtext dann manchmal in 15-20 Minuten. Die Melodie ist vorgegeben. Es kann allerdings auch passieren, dass ich Lieder anfange, sie aber dann nicht fertigschreibe. Hin und wieder finden wir auch ein altes wieder und stellen es dann fertig. In diesem Fall kann dieser „Prozess“ dann schon einmal sieben Jahre dauern, aber normalerweise sind wir schnell fertig.

Mit welchem Sänger würdet ihr gerne auftreten wollen, wenn ihr euch einen aussuchen könntet?
Jocey: Vielleicht mit Emmylou Harris. Aber es gibt viel zu viele gute Sängerinnen und Sänger, um sich auf einen Bestimmten zu beschränken.

Shelby: Ich mag vor allem die Lynn Morris Band. Die spielen traditionelle Bluegrassmusik. Mit dieser Band sind wir groß geworden.

Tori: Wir sind auch mit Guy Clark aufgewachsen. Es wäre sicher schön, mit ihm einmal auf der Bühne zu stehen. Einer meiner persönlichen Favoriten wäre auch John Camp.

Tori, Jocey und Shelby habt ihr einen festen Freund?
Jocey: Nein, zurzeit nicht. Wir haben viele Freunde, aber dadurch, dass wir ständig unterwegs sind, denke ich wäre es im Moment auch ein wenig zu stressig eine Beziehung zu führen.

Vermisst ihr manchmal ein normales Leben?
Tori: Ja. Unsere ganze Familie ist ständig mit uns unterwegs. So versuchen wir das Familienleben in unsere Tour mit einzubringen. Ohne unsere Familie wäre es hier sicher sehr langweilig. Allein diese Woche sind wir viel mit dem Auto unterwegs. Jeden Tag in ein anderes Hotel zu müssen ist oft stressig. Wir haben allerdings unterwegs auch Spaß. Hin und wieder gehen einkaufen oder trinken einen Café zusammen. Jeder von uns hat auch eigene Vorlieben, wie zum Beispiel Shelby, die als „Geschichtsliebhaberin“ gerne Sightseeing betreibt. Wir versuchen dann während einer Tour immer möglichst viele unserer Wünsche durchzusetzen, falls wir genug Zeit zur Verfügung haben.

Kai, wie erledigst du die Schule und das Lernen während einer Tour?
Kai: Klay und ich werden wir von unseren Eltern unterrichtet, sodass wir auch manchmal während der Autofahrt Schule haben. Wenn wir an manchen Tagen etwas weniger Zeit haben, müssen wir später alles nachholen und dafür mehr lernen. Ich denke allerdings auch, dass man in einer Band auch viele Erfahrungen sammelt. Das ist so eine Art praktischer Musikunterricht. Außerdem sehen wir auf einer Tour viel von der Welt, was dann auch unter anderem die Schulfächer Erdkunde und Geschichte wiederspiegelt. Wenn im August die meisten Konzerte stattfinden haben wir in Amerika ja auch Sommerferien, was dann ziemlich praktisch ist.

Was war für euch das peinlichste Erlebnis während einer Tour?
Shelby: Bei unserem ersten Auftritt rissen während eines Liedes die Seiten meines Violinbogens. Ich war damals 10 Jahre alt und wusste nicht, was ich machen sollte, also ging ich schnell zum Mikrofon, sagte, dass ich gleich wieder da sein würde und rannte in den Umkleideraum, um die Seiten meines Bogens wieder neu zu bespannen. Das war für mich ziemlich peinlich, vor allem weil es unser erstes Konzert war, aber die Leute nahmen es zum Glück mit Humor.

Tori: Ich habe auch mal den Text eines Liedes vergessen, also habe ich versucht einen neuen dazu erfunden, was ein wenig schief lief. Aber „The Show must go on“, wie wir in Amerika zu sagen pflegen.

Tori, was würdest du Jugendlichen raten, die durch Musik gerne einmal so berühmt sein wollen möchten wie ihr?
Tori: Die Hauptsache ist vor allem, dass man am Singen oder beim Spielen eines Instrumentes Spaß hat. Bevor man sich dann für eine grobe Musikrichtung entscheidet, sollte man sich im Vorfeld gut über sie informieren. Danach darf man auf keinen Fall aufgeben und muss viel üben. Daran scheitern die meisten. Man darf aber das Üben aber auch nicht als Pflicht sehen, sondern muss es freiwillig machen und die Musik genießen.

Jocey: Es ist außerdem zwar manchmal gut sich eine bestimmte Person als Vorbild zu nehmen, aber in diesem Fall sollte man lieber selbst eine Richtung zu finden und nichts anderen nachmachen oder sich an Regeln halten.

Kai, genießt du die Tour oder ist es mit vier Schwestern zu stressig?
Kai: Nein, es macht sehr viel Spaß. In den Innenstädten kann es allerdings schon hin und wieder ziemlich langweilig werden, wenn unsere Mutter mit meinen Schwestern einkaufen geht. Dann müssen mein Vater und ich meist mitkommen. Aber wir haben sonst zusammen immer sehr viel Spaß.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?
Jocey: Dieses Jahr im Mai ist unsere neue CD, „Places I`ve been“ erschienen. Damit sind wir derzeit unterwegs. In den nächsten Monaten werden wir höchstwahrscheinlich noch eine produzierten. Wir haben auch schon einige interessante Ideen dazu, aber da wir für 2016 bereits auf vielen Festivals eingeladen sind, kann sich dies auch ein wenig hinauszögern. Wir werden sehen, wohin der Weg uns führen wird.

Das Interview wurde geführt von Jessica Kellner

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