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CD News Oktober 2015

By Andrea Weber — Oktober 02, 2015

image001The Hamilton County Ramblers
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Traditionelle, typische Bluegrass-Musik macht die Eröffungs-Nummer. Herauf folgt ein eher progressiver Titel, abgelöst von einer erneuten traditionellen Bluegrass-Nummer. Mir ist die Gruppe zu modern, wer aber keine Hemmungen vor Zeitgenössischem hat, lässt sich sicher gerne auf die Ramblers ein.

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image002Flatland Tourists
Front Porch
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

„Ein bisschen von der Seele und dem Blues Rosanne Cash‘s, eine Prise Janis Joplin & Ryan Adams“ meint CD Baby. Mit allen Künstlern bin ich zu wenig vertraut, um vergleichen zu können. Was ich mag, ist die trockene, tiefe, rebellische Stimme des Mädchens neben der starken Begleitmusik, die auch mal aus einer gezupften Gitarre bestehen kann. Da hört man gerne zu und hin, selbst wenn Titel wie das aufmüpfige „Watcha Gonna Do“ beeindruckender sind. Lediglich 6 Nummern haben die Flatland Tourists zusammengetragen, dafür ist jeder Song gelungen. Am Besten gefällt mir das rassige Schlussstück: „Tote Sack Full of Love“. Klasse.
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image003C.J. Hughes
Guard Your Heart
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

C.J. singt voller Leidenschaft, voller Wärme, weiss zu überzeugen. Was mir wenig gefällt ist, dass er ab und an die Stimme fallen lässt. Das mag ich nicht. Dessen ungeachtet scheint er ein typischer Honky Tonker zu sein – zumal, was den Gesang anbelangt. Bezüglich Stücke macht er eher auf Songwriter. Oder auf eine akustische Version diverser Nashville Stars.
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image004The High Ridge Ramblers
The Long Road
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Tolle Old Time Musik, direkt aus West Virginia, abgelöst von nicht weniger starken Bluegrass Stücken, etwa „Goodbye Liza Jane„, wobei die 3 Künstler auch instrumental nicht zu verachten sind. Klasse.
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image005Trigger 5
Am Band
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Energisch prescht die Trigger 5 Band voran. Im klassischen Country Stil. Laut, auf Party aus, mit ein bisschen Rock’n’Roll dazwischen, verlieren sie die traditionelle Richtung nie aus den Augen. Vom Gesang her gibt es einiges zu bemängeln, doch alles in allem muss man dankbar sein für solche Gruppen, die die Flagge der klassichen Country Musik wieder wehen lassen.
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image006Dave Younger & Farnell Cole
End of the Row
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Eröffnungsnummer ist stark. Hierauf folgt – leider – ein modernes Country-Stück, abgelöst von einem typischen  – nun – Polka? Der ist grossartig, wirklich gelungen. „The Devil You Know“ klingt ein bisschen nach sanfter Südstaaten-Rock-Nummer, „The Sky In Heaven“ ist ein mehr denn sentimentaler,  für mich überflüssiger Titel. „Superman in Overalls“ ist nicht nur spassig; auch gut. „This Old Town“ erinnert mich an Mr. Anderson. Keine Ahnung weshalb. Vom Gesang her sicher nicht. Bei „Friend with the Devil“ wirkt die Stimme zerbrechlich. Da schafft einer die hohen Töne nicht.  Eine Oktave tiefer wär‘ besser gewesen. „She didn’t get here on her own“ ist eine dieser tollen Honky Tonk Nummern, die zum Ohrwurm werden, je länger man hinhört. Mit einem rassigen Bluegrass-Song, „Time in Heaven„, blendet die CD aus und hinterlässt dank dem letzten Song noch einmal einen starken Eindruck zumal, wenn man bedenkt, dass alle Nummern selbst komponiert wurden
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image007Sam Spades
Wolf
Erhältlich bei: https://samspades.bandcamp.com/releases (Digitale Sampler vorhanden)

Unglaublich stark zeigt sich dieser Rockabilly aus Edmonton, Kanada. Schon alleine seine You Tube Clips sind nicht nur sehens-, auch hörenswert. Der Klang ist frisch, der Beat spielt eine massive Rolle. Leider wird eine Orgel eingesetzt , wenn auch spärlich. Auch Country-Musik kommt nicht zu kurz – in der Ferne macht sich ein Banjo breit. Der Junge setzt auf Harmonien, die nach Landstrasse, Weite, Freiheit klingen. Grosse Klasse.
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image008Tami Neilson
Dynamite!
Erhältlich bei: http://www.raucousrecords.com/findproducts/?artist=7908 (keine Sampler)Clip: https://www.youtube.com/watch?v=JOZ6K4yLrzM

Auch die Rockabilly-Musik hat sich gewandelt. Weg von der Country-Musik. Eher retro, denn traditionell. Gerade die weiblichen Vertreterinnen des Genres verzichten zumindest momentan auf Country-Einfluss. Viel lieber greifen sie, wie dieses Mädchen hier, auf die Film-Musik der 40er Jahre zurück („Lonely“). Oder auf Jazz/Swing. Als eingefleischter Country-Fan fällt es mir zugege-benermassen schwer, diesen Trend zu akzeptieren oder auch nur gut zu finden. So stehe ich denn heutigen ‚Superstars‘ der Szene, etwa Imelda May, mehr denn skeptisch gegenüber, auch wenn ich deren Können bewundere. Eine Ausnahme macht für mich Tami Neilson hier. Ihre tiefe Stimme, fehlerfrei vor allem bei anspruchsvollen Stücken wie „Lonely„, hat’s mir angetan. Aus diesem Grund kann ich obige CD nur wärmstens empfehlen.
Und – um meiner Meinung gleich selber den Wind aus den Segeln zu nehmen – hier ist ein Country-Stück von Tami: https://www.youtube.com/watch?v=ODB4KfDjNXA (besser geht’s nicht!!!). Und hier ein Titel aus einer offensichtlich früheren Phase: https://www.youtube.com/watch?v=Pidw-9cMrQ0.
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image009Pat McGinnes & His Two Stars
Little Angel
Erhältlich bei: http://www.raucousrecords.com/pat-mcginnis-little-angel-vinyl.html (Vinyl LP)
Clip: https://www.youtube.com/watch?v=tU7hezOJ05Y

Endlich wieder einer, der um Hillbilly/Rockabilly weiss und diesen auf traditionelle Art  anbietet. Vor allem mit dem Song „Little Angel„. Klingt wie aus den Fifties. Die rhythmischen Wechsel sind zwar nicht meines, doch originell. Die Gitarre fegt, was das Zeug hält und die Stimme sitzt. Herrlich.
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image010The Spunyboys
Erhältlich bei: http://www.raucousrecords.com/spunyboys-rockabilly-legacy-vinyl-single.html (Vinyl Single – kein Sampler)
Clip: https://www.youtube.com/watch?v=AVy5fpYY2hA
Web-Seite: https://www.facebook.com/The-Spunyboys-official-248248108522315/timeline/

Eine unglaublich gute Rockabilly-Truppe – Franzosen!!!! Das Highlight macht der Slapbass-Spieler, der nicht nur zupft wie ein Irrer, sondern auch eine gute Stimme hat, i.e. der Leadsänger der Spunyboys ist. Ehrlich gesagt: Wer Eddie’s „Teenage Heaven“ so interpretiert wie dieses Trio, allen voran Rémi, muss einfach erwähnt werden. Zwar scheint im Clip ein Clown am Werk (bin nicht sicher, ob er das Stück ernst nimmt), doch von einer Güte, über die ich staunen muss. Rockabilly Deluxe.
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image011High Country
Perfect Companions
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

High Country heisst High Bluegrass. Traditionell. Schön. Fröhlich, traurig. Bei den Harmonien bin ich unsicher. Für mich klingen sie, als würden sich die Sänger zurückhalten, um dem Leadsänger den Vortritt zu geben. Heisst das, seine Stimme ist nicht stark genug? Das Titelstück, „Perfect Companions“, das stark an die grossen Louvin Brothers erinnert, macht meine Aussage zu einer Lüge. Glücklicherweise. Eine sehr gute Bluegrass-CD. Einfach, gerade – und klassisch.
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image012Second Chance Bluegrass
It’s about time
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Was mir bei obiger Bluegrass-Band ins Ohr ging, ist der Mandolinen-Spieler. Vorderhand. Anschliessend fallen mir auch die tadellosen Harmonien („It’s about time“) auf. Bei „Daddy doesn’t pray anymore“ geht es nicht nur um tiefgründige Lyrik, die ein Songwritertum offenbaren, welches man in der Musik nicht an jeder Ecke findet, sondern auch wieder Harmonien, die begeistern.  Es sind denn auch die sentimentalen Stücke, die mich beeindrucken. Doch das ist mein Geschmack. Alle, die sich für die rhythmischen, schnellen Titel erwärmen, werden ebenfalls bedient. Gut gemacht, Jungs.
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image013Esoteric Ramblers
Beer and Now
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Humor bis zur Selbstironie scheinen die Ramblers auszuzeichnen. „Die Weltbeste Bier-Band“ schreibt CD Baby. Keine Ahnung, ob Selbsteinschätzung  oder dem Kritiker des unabhängigen Labels zuzuschreiben. Gut sind sie allemal, die Musiker. Die Aussage, dass der Sound zum Trinken passt, bezweifle ich keinen Moment. Traditionelle Country-Musik, darunter Honky Tonk, löst Bluesklänge ab. Selbst ein frühes Weihnachts-Lied ist vorhanden. Allerdings muss man schon ein wenig Alkohol intus haben, um die schiefen Klänge von „Santa Claus Is Comin‘ (And He’s Bringin‘ Us Some Beer)“, die zweifelsohne intensivem Bierkonsum zuzuschreiben ist, verstehen zu können. Eine amüsante Truppe, talentiert – nicht nur, wenn’s um’s Trinken geht.

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