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Nordamerikanische Impressionen (4): Jasper Nationalpark

By eyertt — Januar 01, 2013

Von den Becker´s Chalets lassen sich einige Ausflüge machen. Hier hat man dann auch wieder die Möglichkeit einige Kalendermotive selbst zu fotografieren. Erste Station ist der Maligne Canyon Trail, ein etwa 4 Kilometer langer Wanderweg, der durch eine spektakuläre Schlucht führt, wo Kalksteinwände bis zu 50 Meter in die Tiefe abfallen. Der Weg ist leicht begehbar und gut ausgebaut. Insgesamt überquert man sechs Brücken, unter denen das Rauschen des Maligne Rivers zu hören ist.

Nach dieser Wanderung und einer Stärkung im Café sollte man es nicht versäumen etwa 17 Kilometer südlich den Medicine Lake anzusteuern. Dieser See, dessen Wasserspiegel im Jahreslauf bis zu 20 Metern schwankt, liegt auf etwa 1.436 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Indianer glaubten früher, dass Geier für das Verschwinden des Wassers verantwortlich seien. In Wirklichkeit versickert das Wasser in porösen Karsthöhlen.

Fährt man die Straße weiter, erreicht man am Ende des Tals den 22 km langen blaugrünen Maligne Lake. Es handelt sich dabei um den größten See der kanadischen Rocky Mountains. Hier kann eine ca. zweistündige Bootsfahrt unternommen werden mit einem zehnminütigem Zwischenstopp bei einem der meistfotografierten Motive Kanadas, der tannenbesetzten „Spirit Island“. Das Motiv erreichte einen großen Bekanntheitsgrad durch einen Amateur-Fotografen, der damit bei einem Fotowettbewerb den ersten Preis gemacht hatte. Dieses Foto hing dann über mehrere Jahre vergrößert auf Plakatgröße in der Grand Central Station in New York. Der Name der Insel geht auf eine indianische Legende zurück. Nach dieser Geschichte trafen sich einmal in der Woche zwei Liebende von zwei verfeindeten Stämmen auf der Insel. Als der Vater des Mädchens davon erfuhr, stellte er seine Tochter vor die Wahl: Entweder sie werde aus dem Stamm ausgeschlossen und ihr Liebhaber werde getötet oder sie werde versprechen, ihren Geliebten nicht mehr zu sehen. Sie entschied sich für letzteres. Der Liebhaber kehrte aber ständig zur Insel zurück, in der Hoffnung seine Freundin wieder dort anzutreffen. Irgendwann starb er auf der Insel, wo sich sein Geist heute noch befinde, daher „Spirit Island“. Die Boote zur Insel fahren immer zur vollen Stunde, ein Ticket kostet für einen Erwachsenen ca. 50 Kanadische Dollar (www.malignelake.com).

Schließlich ist es vom Maligne Lake auch nicht weit in das beschauliche Jasper. Die sehr junge Stadt hat ca. 4000 Einwohner und wurde 1911 gegründet, als hier ein Bahnhof für die transkontinentale Pacific Railway auf der Yellowhead-Pass-Route gebaut wurde. Der Name Jasper geht auf den Pelzhändler Jasper Hawes zurück, der  1813 am Osteingang des heutigen Nationalparks eine kleine Herberge für Pelzhändler betreute.

Andreas Hilgart

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