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Nashville Outlaws: A Tribute To Mötley Crüe

By Andreas Hilgart — September 23, 2014

(VÖ: 19. September 2014; Big Machine / Universal Music; auch als Download erhältlich)

Rock

Titelliste: 1. Rascal Flatts: Kickstart My Heart; 2. Florida Georgia Line: If I Die Tomorrow; 3. LeAnn Rimes: Smokin‘ In The Boys Room; 4. Justin Moore feat. Vince Neil: Home Sweet Home; 5. Cassadee Pope with Robin Zander: The Animal In Me; 6. Aaron Lewis: Afraid; 7. Big & Rich: Same Ol‘ Situation (S.O.S); 8. Sam Palladio & Clare Bowen: Without You; 9. Eli Young Band: Don’t Go Away Mad (Just Go Away); 10. Lauren Jenkins: Looks That Kill; 11. The Cadillac Three: Live Wire; 12. The Mavericks: Dr. Feelgood; 13. Brantley Gilbert: Girls, Girls, Girls; 14. Gretchen Wilson: Wild Side; 15. Darius Rucker: Time For Change

Gut, es dauert etwas, sich mit dem Gedanken anzufreunden: Mötley Crüe veröffentlichen ein Countryalbum, auf dem 15 ihrer größten Hits von Stars und Newcomer aus der Nashville-Countryszene interpretiert werden. 80er Jahre Glam-Metal-Rock trifft Country.

NashvilleOutlawsATributeToMötleyCrüe„Wir haben dieses Album nicht in erster Linie für Crüe-Fans gemacht, sondern für Country-Fans, die auch Rock lieben. Aber natürlich werden auch echte Crüe-Fans begeistert über diese neuen Countryversionen ihrer Lieblings-Songs sein“, so Mötley-Bassist Nikki Six. „Die Leute werden überrascht sein, wie sehr diese Künstler sich unsere Songs zu Eigen gemacht haben. Wir könnten nicht zufriedener mit dem Ergebnis sein. Die Produktion war eine tolle, erhebende Erfahrung und – wie so oft in unserer Karriere – ein Betreten von Neuland.“

Das Album beginnt bereits bei „Kickstart My Heart“ mit richtig fetten Metal-Gitarren-Riffs. Rascal Flatts, insbesondere Gary LeVox, könnten tatsächlich als Heavy Metal-Band durchgehen. Einige der Songs, die auf dem Album gecovert werden, entstammen ursprünglich dem 1989 erschienenen Nummer 1-Album „Dr. Feelgood“. „If I Die Tomorrow“ wird dann von den Country-Senkrechtstartern Florida Georgia Line interpretiert und auch LeAnn Rimes zeigt bei dem Blues angehauchten „Smokin´ In The Boys Room“ ihre rockige Seite. Die wunderbare Rockballade „Home Sweet Home“ interpretiert Justin Moore zusammen mit Mötley Crüe-Sänger Vince Neil. „Es war einfach toll, sich mit den Jungs anzufreunden“, erzählt Justin Moore. „Ich war erstaunt, als ich herausfand, dass sie die Country-Tradition sehr schätzen. Womöglich sind sie die explosivste Band ihrer Generation. Ich fühle mich geehrt, einen meiner ewigen Lieblings-Songs von Mötley Crüe auf diesem Album covern zu dürfen „Home Sweet Home“. Es war unwirklich, ihn gemeinsam mit Vince Neil zu singen.“

Für „The Animal In Me“ haben sich Country-Newcomer Cassadee Pope und Cheap Trick-Leadsänger Robin Zander zusammengetan. Breit angelegter Gitarrensound wie in den 1980ern üblich. Überraschen kann dann Aaron Lewis, der Leadsänger der Post-Grunge-Band Staind mit seiner Version von „Afraid“. Lewis erinnert stimmlich hier etwas an Chad Kroeger von Nickelback und da wimmert dann bei dem Song auch mal eine Pedal Steel so richtig schön.

Dann wieder ein Titel, der im Original auf dem Erfolgsalbum „Dr. Feelgood“ zu finden ist, „Same Ol´ Situation (S.O.S)“ – hier dann mit Big & Rich.

Anschließend dürfen zwei Darsteller aus der TV-Serie „Nashville“ bei dem Song „Without You“ ran. Sam Palladio und Clare Bowen machen die Ballade zu einem besonderen Gänsehauterlebnis. Praktisch den rockigen Gegensong dazu bildet „Don´t Go Away Mad (Just Go Away)“, den die Eli Young Band performt.

Lauren Jenkins, eine weitere Newcomerin der Nashville Countryszene, ist dann mit einer Fassung von „Looks That Kill“, die fast schon in die Americana-Richtung geht, zu hören. Natürlich dürfen auf diesem Tribute-Album auch die Countryrocker von The Cadillac Three nicht fehlen („Live Wire“).

Beim Hören des Albums ist es bei jedem der 15 Songs unheimlich spannend, wie die einzelnen Künstler mit den Crüe-Songs umgehen. So auch bei der Interpretation der Mavericks von „Dr. Feelgood“, die aus dem Titel eine groovige Tex Mex-Nummer machen. Rockig, zu Beginn auch mit den üblichen Motorradgeräuschen, wird es dann mit Brantley Gilberts Version von „Girls Girls Girls“, das aber dennoch etwas sanfter als das Original ausfällt. Recht nah am Original ist dagegen „Rockröhre“ Gretchen Wilson mit ihrer Interpretation von „Wilde Side“. Wilson hat ja bereits mit ihrem letzten Album bewiesen, dass in ihr eigentlich auch eine richtige Rockerin steckt.

Darius Ruckers New Country-Mainstream-Fassung von „Time For Change“ fällt dagegen fast schon etwas ab.

Allein wegen des 80er-Nostalgiefaktors ist dieses Album für alle aus der Generation Ü30 und Ü40 eigentlich ein absolutes Muss. Mötley Crües Greatest Hits werden von den einzelnen Künstlern in ihrer unterschiedlichen Weise interpretiert, was das Album richtig spannend macht. Abwechslungsreich, interessant, absoluter Kauftipp.

Andreas Hilgart

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