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Daniel T. Coates: When I Wanna Fall (Album des Monats)

By Andreas Hilgart — August 12, 2014

(VÖ: bereits erhältlich; Coates Cat Records: www.daniel-t-coates.com)

Country

Titelliste: 1. Easy Come, Easy Go (Roy Bergere); 2. When I Wanna Fall (Daniel T. Coates); 3. Crying My Heart Out Over You (Butler, Certain, Sherry, Stacey); 4. Wake Up Little Susie (F. Bryant, B.Bryant ); 5. Choices (Billy Yates, Mike Curtis); 6. Another Town (Tom T. Hall); 7. Layla (Eric Clapton & James Gordon); 8. Honey Open That Door (Mel Tillis); 9. Good Night To Fall In Love (Daniel T. Coates); 10. Down On The Corner (John Fogerty); 11. Cheyenne (Aaron Barker & Erv Woolsey); 12. You Better Treat Your Man (Wayne Raney); 13. Maybe She’ll Dance With Me (Daniel T. Coates); 14. There’s A Road (Daniel T. Coates); 15. Northside Gal (J.D.McPherson); 16. Just Breathe (Bentley, Lamar, Lawrence); 17. Thinkin‘ Bout The Girl (Daniel T. Coates); 18. Dangerous (Daniel T. Coates); 19. Lorena (Daniel T. Coates); 20. We Went Out Last Night (Kenny Chesney & Brett James); 21. People Are Crazy (Bobby Braddock, Troy Jones); 22. Low And Lonely (Floyd Jenkins)

Daniel T. Coates feiert sein 40jähriges Bühnenjubiläum und der Meister der europäischen Countrymusik erfreut uns mit einem wunderbaren neuen Album, auf dem sich insgesamt 22 Titel befinden. Und Dan hat sich damit viel Mühe gemacht. Songs anderer Künstler, die er und seine musikalischen Mitstreiter, allen voran sein genialer Bassist Gabor Bardfalvi, bereits immer wieder in den Live-Konzerten präsentiert hatten, wurden für das Album neu arrangiert und Dan macht sich diese Titel zu eigen, wie das durch George Strait bekannt gewordene „Easy Come, Easy Go“, das hier in einer unplugged-Version daherkommt und eine gewisse Live-Studioatmosphäre widerspiegelt. Daneben finden sich dann auch immer wieder eigene Songs wie der Titelsong des Albums „When I Wanna Fall“. Es ist ungeheuer wohltuend, wenn hier Banjo oder die Pedal Steel erklingen. Wie schön kann Countrymusik sein! Der Titel ist wie alle Songs des Albums liebevoll und mit einer ungeheuren Spielfreude arrangiert, sodass man bei jedem neuen Hören immer wieder neue kleine musikalische Feinheiten entdecken kann. Dietmar Wächtler ist sicherlich einer der besten Pedal Steeler, den wir hier in Europa haben. Und Dan, ja der liebt und lebt die Countrymusik, was sich nicht nur an seinem Songwriting widerspiegelt, sondern auch in den Arrangements der Coverversionen, wie bei Ricky Skaggs´ “Crying My Heart Out Over You“. Man sollte eigentlich all die ganzen Carrie Underwoods und Bands wie Florida Georgia Line aus Nashville einmal bei Dan in die Lehre schicken. Denn Countrymusik ist eine Musik, die eine Seele hat – und leider scheint diese Seele in der modernen populären modernen Countrymusik irgendwo im Musikmarketing verlorengegangen zu sein. Daniel T. Coates aber kennt den Kern der Countrymusik und so treffen die Songs direkt in das Herz des Hörers. Er interpretiert alte Klassiker („Wake Up Little Susie“) und moderne Klassiker, wie das von Billy Yates und Mike Curtis für George Jones verfasste „Choices“, das man auch immer wieder bei Dans Konzerten live erleben kann. Mit diesem Album gibt es diese Titel von ihm endlich auch auf CD gepresst. Und das ist einfach nur schön, mit welcher Hingabe Daniel und seine Musiker diesen George Jones-Hit interpretieren. Dan liebt den echten Country, was er auch bei Tom T. Halls „Another Town“ verdeutlicht. Als Gastmusiker glänzt hier der in Bluegrass-Kreisen bekannte Mark Stoffel (Shady Mix Band) an der Fiddle und Mandoline.

DanielTCoatesWhenIWannaFallCoverAuch Titel, die man jetzt nicht unbedingt mit Country in Verbindung bringt, wie Eric Claptons „Layla“, finden sich in der Trackliste. Diesen Titel hat Dan mit seinem Kontrabassisten quasi wie im Duett aufgenommen und gibt diesem Titel damit einen sehr interessanten Sound. Das Album ist äußerst abwechslungsreich und wie eine musikalische Wundertüte.

Dan verneigt sich mit diesem Album vor den Großen des US-amerikanischen Country („You Better Treat Your Man Right“ von George Jones“), Bluegrass („Honey Open That Door“) und des Neo-Traditionalismus (George Straits „Cheyenne“). Dazwischen in klassischer Singer / Songwriter-Tradition mit „Good Night To Fall in Love“ ein eigener Song, der sich nahtlos in die Reihe der Cover-Versionen einreiht.

Dan spielt auf seinem Album auch mit den unterschiedlichen Genres, so wird der CCR-Klassiker „Down On The Corner“ zu einer Percussion lastigen, groovigen Funk-Nummer, ohne aber den Bezug zum Country völlig aufzugeben. Neben Clemens Schirmer wie hier, sitzen noch zwei weitere von Daniels Schlagzeugern an den Drums: Andy Kupfer und Klaus Schönauer.

Dan kann wirklich alles singen und seine Musiker alles spielen, das beweist die selbstkomponierte Ballade „Maybe She´ll Dance With Me“ genauso wie die darauf folgende Bluegrass-Nummer „There´s A Road“. Aber bei diesem gesamten Stilmix handelt es sich insgesamt um echte Countrymusik, sodass das Album trotz der enormen Vielfalt auch wieder eine musikalische Einheit ergibt. Sogar die Rockabilly Fans kommen auf ihre Kosten mit J.D. McPhersons „Northside Gal“. Man kann beim Hören des Albums einfach nicht genug bekommen.

„Just Breathe“, ursprünglich ein Titel der amerikanischen Grungeband Pearl Jam, war ja bereits von Willie Nelson auf dessen 2012 erschienenem Album „Heroes“ countryfiziert worden. Diese Fassung hat sich Dan dann noch einmal vorgenommen und daraus eine für ihn eigene traumhaft schöne Version arrangiert, bei der seine Stimme aufgrund der minimalistischen Instrumentierung besonders gut zum Tragen kommt. Das sorgt dann auch für einen gewissen Gänsehauteffekt. Dann mit „Thinkin´ Bout The Girl“ wieder eine eigene Nummer, bei der der Backgroundgesang an alte Motown-Soulnummern erinnert. „Dangerous“, ebenfalls eine eigene Nummer, entfaltet musikalisch eine unheimliche Spannung. Dan gehört wohl zu den kreativsten Singer / Songwritern der europäischen Countryszene, dazu ist der Multiinstrumentalist natürlich noch ein hervorragender Sänger. Der nachfolgende Titel „Lorena“ steht in der Tradition von Songs wie „Laura Jean“ oder „Jenny Works In There“, in denen Daniel von Mädchen erzählt, in die er mal verliebt gewesen war. Mit „We Went Out Last Night“ von Kenny Chesney und Billy Curringtons „People Are Crazy“ finden sich gegen Ende auch zwei Titel der moderneren Countrymusik auf dem Album, um dann aber mit „Low And Lonely“ ganz am Schluss wieder zum klassischen Country zurückzukehren.

Daniel hat zu seinem 40jährigen Jubiläum in der Musikbranche mit „When I Wanna Fall“ sich mal wieder selbst übertroffen und ein neues Meisterwerk der Countrymusik geschaffen, das im Grunde jeder Liebhaber dieses Genres in seinem Regal stehen haben sollte. Aber was soll man hier groß weiter besprechen. Das Album ist einfach nur schön und großartig. Natürlich: Absolute Kaufempfehlung! Album des Monats!

Andreas Hilgart

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