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Puss N Boots: No Fools, No Fun (Der besondere CD-Tipp)

By Andreas Hilgart — Juli 31, 2014

(VÖ: 1. August 2014; Blue Note / Universal; auch als Download erhältlich)

Alternative

Titelliste: 1. Leaving London; 2. Bull Rider (live); 3. Twilight; 4. Sex Degrees Of Seperation; 5. Don´t Know What It Means; 6. Down By The River (live); 7. Tarnished Angel (Live) 8. Jesus, Etc.; 9. Always; 10. GTO; 11. Pines; 12. You´ll Forget Me

Hinter dem „gestiefelten Kater“ (Puss N Boots) verbergen sich eigentlich drei gestiefelte Katzen, nämlich Catherine Popper (Bassistin von Ryan Adams & The Cardinals, Grace Potter & The Nocturnals), die Jazzsängerin und Songwriterin Sasha Dobson und die bei uns bekannteste Musikerin unter den drei Ladies, Norah Jones.

Die Gruppe entstand bereits im Jahr 2008 mehr oder weniger als Hobbyprojekt. Zunächst waren bei den Konzerten überwiegend auch nur Freunde des Trios, das im New Yorker Stadtteil Brooklyn beheimatet ist, zugegen. Der Spaß stand im Vordergrund. Und irgendwie ist dieser Spaß auch auf dem Debütalbum zu spüren. New York und dessen Stadtteil Brooklyn sind ja bekannt dafür, dass hier die verschiedensten musikalischen Stilrichtungen aufeinanderprallen. In Sachen Country-Musik wird man hier aber nicht unbedingt so leicht fündig. Und so ist die Country-Musik, die die Drei spielen auch untersetzt mit Einflüssen aus anderen Genres wie Folk („Leaving London“) Blues („Twilight“) oder Anklängen aus dem Jazz.

Cover PussNBoots NoRoolsNoFunNorah Jones, die man eher als am Piano sitzende Sängerin vor Augen hat, nimmt hier die E-Gitarre in die Hand und liefert auch einige überzeugende Gitarrensoli ab wie beim live eingespielten Cover des Neil Young-Songs „Down By The River“. Auch wenn so Manches auf dem Album etwas sperrig oder wie bei dem von Catherine Popper geschriebenen „Pines“ etwas schräg und vielleicht sogar disharmonisch klingen mag, Puss N Boots grenzen sich klar vom Mainstream des Nashville-Country ab. Dann sind dazwischen wieder harmonische Retroklänge zu hören („You´ll Forget Me“).

Das Album von Puss N Boots enthält zur Hälfte Coversongs, wie den von Rodney Crowell geschriebenen Johnny Cash-Titel „Bull Rider“ oder den von Roger Miller geschriebenen George Jones-Titel „Tarnished Angel“, neben eigenem Material, wobei hier vor allem der von Norah Jones verfasste Song „Don´t Know What It Means“ als Anspieltipp anzuführen ist.

Neben Studioaufnahmen finden sich auf dem Album auch live in einem Club in Brooklyn eingespielte Stücke, die die Live-Club-Atmosphäre wunderbar verdeutlichen.

Fazit: Beim Debütalbum von Puss N Boots handelt es sich um ein freches, zunächst etwas sperrig klingendes Debütalbum, das sich weitab vom Mainstream bewegt. Wenn man sich aber erst einmal darauf einlässt, kann es sehr spannend sein, dieses Album öfter zu hören, da es musikalisch keinesfalls geradlinig ist.

Wer auf experimentierfreudigen, spielfreudigen und frischen Alternative-Country steht, sollte sich dieses besondere Album nicht entgehen lassen.

Andreas Hilgart

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