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Brantley Gilbert: Just As I Am

By Andreas Hilgart — Juni 06, 2014

(VÖ: 30. Mai 2014; The Valory Music Co. / Universal Music; auch als Download erhältlich)

Countryrock

Titelliste: 1. If You Want A Bad Boy; 2. 17 Again;3. Bottoms Up; 4. That Was Us; 5. I’m Gone; 6 My Baby’s Guns N‘ Roses; 7. Lights Of My Hometown;8. One Hell Of An Amen;9. Small Town Throwdown (feat. Justin Moore and Thomas Rhett);10. Let It Ride;11. My Faith In You

Es ist das dritte Album des aus dem US-Bundesstaats Georgia stammenden Brantley Gilbert. Der Singer-Songwriter gehört zusammen mit Künstlern wie Kacey Musgraves oder Thomas Rhett zu einer neuen Generation von Countrysängern.

Im Booklet spielt Gilbert etwas mit dem Image eines Bad Boy. Der erste Song, „If You Want A Bad Boy“ unterstützt natürlich diesen Eindruck. Musikalisch ist Brantley Gilberts Album „Just As I Am“ von Anfang an gitarrenlastiger Rock mit einigen Gitarrenriffs. Etwas melodischer, aber bei weitem nicht weniger rockig kommt der nächste Titel „17 Again“ rüber. Gilbert erzählt davon, wie er sich durch die Bekanntschaft mit einem Girl an seine alte High School-Zeit erinnert. Die Vorabsingle „Bottoms Up“, mit der sich der Endzwanziger bereits auf Platz 1 der US-amerikanischen Hot Country Song-Charts platzieren konnte, fällt dagegen musikalisch etwas ab. Dieser Song bedient doch eher den im Moment in Nashville vorherrschenden Countrysound mit seinen Hip Hop-Elementen.

BrantleyGilbertJustAsIAmCoverIn „That Was Us“ wird Brantley Gilbert wieder mehr zum Geschichtenerzähler. Es ist die Geschichte einer alten Freundschaft, an die der Protagonist durch einen Brief erinnert wird, der sich unter all den täglichen Rechnungen befindet. Für mich der Höhepunkt des Albums ist sicherlich „I´m Gone“. In dem doch eher countrylastigen Song wird eine Trennung verarbeitet. Irgendwie kommt dann hier auch der Gedanke auf, ob Brantley Gilbert hier nicht autobiografisch seine im letzten Jahr bisher nie von ihm öffentlich kommentierte geplatzte Verlobung mit der Country-Sängerin Jana Kramer verarbeitet hat.

„My Baby´s Guns N´ Roses“ ist dann wieder etwas härterer Rock. Schließlich geht es ja inhaltlich auch um die Freundin, die eher auf Rockmusik steht und Whiskey trinkt. Mit „Lights Of My Hometown“ ist Brantley Gilbert, aus dessen Feder sämtliche Songs des Albums stammen, ein richtig guter Rocksong von über sechs Minuten gelungen, der sich bis zum Einsetzen eines gospelhaften Backgroundchores steigert und am Ende mit einem groß angelegten Gitarrensolo ausklingt.

In „One Hell Of An Amen“ erzählt Gilbert zwei Geschichten, die sich mit dem Thema Tod beschäftigen. Zunächst geht es um einen 21jährigen Soldaten, der für Uncle Sam und die Freiheit sein Leben lassen musste. Die Betrachtungsweise ist für das Genre oft recht typisch patriotisch. Im zweiten Teil erzählt Gilbert von einem Krebspatienten. Irgendwie stellt man sich aber dennoch die Frage, wie diese beiden doch recht unterschiedlichen Geschichten letztendlich zusammenpassen sollen.

Bei dem Rocksong „Small Town Throwdown“ erhält Brantley Gilbert Unterstützung von Justin Moore und Thomas Rhett. Etwas ruhiger und vor allem melodiöser wird es mit „Let It Ride“, einem Song über eine etwas kompliziert zu scheinende Beziehung. „My Faith In You“ ist zum Abschluss inhaltlich sicherlich unter einem eher religiösen Aspekt zu sehen. Passend dazu setzt auch hier wieder ein Gospelchor ein.

Fazit: Wer Rockmusik mag, dem könnte Brantley Gilberts neues Album gefallen und hier gilt auch eine Kaufempfehlung. Für den Fan richtiger Countrymusik ist das Album an einigen Stellen aber sicherlich viel zu laut.

Andreas Hilgart

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