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Rascal Flatts: Rewind

By Andreas Hilgart — Mai 24, 2014

(VÖ: 23. Mai 2014; Big Machine / Universal Music; auch als Download mit 4 zusätzlichen Songs erhältlich)

Countrypop / Countryrock

Titelliste: 1. Payback; 2. Rewind; 3. I Have Never Been To Memphis; 4. DJ Tonight; 5. Powerful Stuff; 6. Riot; 7. Night Of Our Lives; 8. I Like The Sound Of That; 9. Aftermath; 10. I’m On Fire; 11. Life’s A Song; 12. Honeysuckle Lazy; 13. The Mechanic

Wer den reinen Countrysound sucht, wird ihn natürlich auch auf dem neuen Studioalbum von Rascal Flatts wieder einmal nicht finden. Aber die Frage, ob das jetzt Country ist oder nicht, ist ja zunächst einmal völlig egal. Es geht vielmehr darum: Ist das neue Album ein hörenswertes und empfehlenswertes Album oder nicht? Und da ist gleich eines vorweg anzumerken: „Rewind“ ist meiner Meinung nach vielleicht eines der besten Alben, das Rascal Flatts je veröffentlicht hat. Bombastische Rock- und Popmusik, die die Stadien rocken wird. Und vielleicht war es ein geschickter Schachzug, dieses Mal sich die Songs von den momentan angesagtesten Songwritern in Nashville, wie z. B. Ben Hayslip, Eric Paslay oder Jaren Johnston, schreiben zu lassen. Die Band produzierte ihr neuestes Werk erneut mit Dan Huff, aber auch mit Howard Benson, der eher im Bereich des Rock, z. B. als Produzent von Motörhead, beheimatet ist. Diese neue Ausrichtung merkt man dem Album an. Bereits der erste Titel, „Payback“, ist gitarrenlastiger Powerrock.

An dem sich anschließenden etwas ruhigeren „Rewind“ schrieben u. a. Ashley Gorley und Eric Paslay mit. Der Song wurde ja bereits als Vorabsingle veröffentlicht und beschäftigt sich damit, wie es wäre, einfach mal die Zeit zurückdrehen zu können. Die Songs auf diesem Album bleiben spätestens nach dem zweiten Hören im Ohr und werden auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig. Wer sich die Songs der Vorgängeralben im Vergleich dazu mal anhört, wird feststellen, dass die Titel auf „Rewind“ wesentlich mehr Charakter besitzen. Dies gilt auch für das als Piano-Ballade beginnende „I Have Never Been To Memphis“, das sich dann zu einem Bombast-Popsong steigert. Inhaltlich ist der Titel eine Liebeserklärung: Auch wenn der Protagonist des Songs in Kalifornien lebt und noch niemals in Memphis gewesen ist – er würde seine Koffer packen, wenn sich seine Liebste dort aufhalten würde.

RascalFlattsRewindCoverNatürlich ist der Sound von Rascal Flatts eher im Bereich des Soul, R & B, des Pop und des Rock verhaftet als im Country, was man dann auch bei Songs wie „DJ Tonight“ merkt. Dennoch ist bei diesem Album der beiden Cousins Gary LeVox und Jay DeMarcus sowie Joe Don Rooney die Grundbasis bei der Instrumentierung etwas countrylastiger als bisher. Dennoch erinnert dann „Dj Tonight“ doch eher an den Popsound einer Katy Perry. „Powerful Stuff“ ist mit seinen R & B – Referenzen erneut ein grooviger Song.

„Riot“ bietet dann wieder Bombast-Pop par excellence. Die Vorstellung, die Liebste zu verlieren, lässt Rascal Flatts Leadsänger Gary LeVox zur Höchstform auflaufen.

„Rewind“, das Zurückspulen auf vergangene Lebendereignisse, ist auch Thema von „Night Of Our Lives“, in dem die Erinnerungen an den Anfang einer Beziehung zurückgespult werden. Und in „I Like The Sound Of That“ werden inhaltlich die Geräusche abgespielt, die alle natürlich irgendwie eine Beziehung zur Liebsten haben. So wird tatsächlich der Albumtitel zu einem durchgehenden Thema des Albums. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um Emotionen, die sich zwischen Glücksgefühlen, Verlustängsten und der Trauer beim Auseinanderbrechen von Beziehungen beschäftigen. In „Aftermath“ geht es um die emotionalen Nachwirkungen einer von vornherein zum Scheitern verurteilten Beziehung. Rascal Flatts, allen voran Gary LeVox, sind natürlich prädestiniert für derartige Herz-Schmerz-Balladen.

Mit „I´m On Fire“ wird´s dann wieder gitarrenlastiger. Mein persönlicher Favorit des Albums, an dem man sich einfach nicht satt hören kann, ist sicherlich „Life´s A Song“. Der Titel steigert sich von den eher gospelhaften Strophen zu einer Bombast-Rockhymne im Refrain. Dagegen kann der nachfolgende Titel „Honeysuckle Lazy“ im Grunde nur abfallen.

„The Mechanic“, ein gefühlvoller Lovesong geschrieben von Jaren Johnston und Tony Lane, beendet das Album.

Wer gut produzierte Pop- und Rockmusik im Bombast-Sound mag, wird von Rascal Flatts neuntem Studioalbum begeistert sein. Abwechslungsreich und auch kreativ produzierte Songs. Das vielleicht beste Album der drei Musiker. Für Pop- und Rockfans eine absolute Kaufempfehlung.

Andreas Hilgart

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