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Jennifer Nettles: That Girl

By Andreas Hilgart — April 12, 2014

(VÖ: 11. April 2014; Mercury Nashville / Universal Music; auch als Download verfügbar)

Singer – Songwriter / Soul / Pop

Titelliste: 1. Falling; 2. Me Without You; 3. Moneyball; 4. That Girl; 5. This Angel; 6. Jealousy; 7. This One’s For You; 8. Know You Wanna Know; 9. Thank You; 10. Good Time To Cry; 11. Like A Rock

Zusammen mit Kristian Bush hat Jennifer Nettles als New Country-Duo „Sugarland“ zwischen 2004 und 2010 nicht weniger als acht Songs auf Platz 1 der Country Billboard Charts gelandet, mehr als 14 Millionen Alben verkauft und zwei Grammy Awards gewonnen. Nun schlägt die Sängerin mit der unverkennbaren Stimme eine Solokarriere ein. Sie selbst sagt dazu: „Bei Sugarland habe ich viel darüber gelernt, wer ich bin und wer ich nicht bin. In mir wuchs der Wunsch, andere Seiten von mir zu zeigen, mir selbst Dinge zu beweisen, und einfach mal alles aufzuwirbeln und etwas Neues zu versuchen.“ Wer bereits in die Vorabsingle „That Girl“ reinhören konnte, wird festgestellt haben, dass es sich um einen völlig anderen Musikstil handelt, als der, den man von Sugarland her kennt. Da wurde man von Jennifer Nettles mit überraschenden Latinoklängen konfrontiert.

JenniferNettlesThatGirlCoverFür ihr erstes Soloalbum verpflichtete die Singer – Songwriterin aus Nashville Rick Rubin (Adele, Johnny Cash, Metallica, Kanye West) als Produzenten. Die Songs des Albums wurden bis auf eine Ausnahme von ihr selbst geschrieben.

„Falling“, das das Thema Verlust behandelt, beginnt zunächst für einen Opener sehr ruhig, steigert sich dann aber zu einem äußerst spannungsgeladenen und kraftvollen Song. Sofort nimmt einen die charismatische Sängerin mit ihrer Stimme ein. Man spürt, dass das Album, für das sich Nettles vier Jahre lang Zeit gelassen hat, eine musikalische Seele besitzt.

In typischem Singer – Songwriter – Stil geht es weiter mit „Me Without You“. Jennifer Nettles Stimme ist so voller Intensität, sodass die Geschichten, die die Künstlerin in ihren Songs erzählt, glaubhaft herüberkommen. „Moneyball“ ist eine richtige Soul-Nummer, in der die ein oder andere Kritik an den modernen Kommunikationsmitteln und sozialen Netzwerken anklingt. Der Song „Angel“ ist sicherlich geprägt von der Geburt ihres Sohnes und wie dieses Ereignis ihr Leben verändert hat. Auch in „Jealousy“ steckt unheimlich viel Soul. Irgendwie kann man an der musikalischen Ausdruckskraft der Songs merken, dass Jennifer Nettles als Solokünstlerin ihre musikalische Bestimmung gefunden hat.

Es folgt mit „This One´s For You“ noch eine weitere richtige schöne Soulnummer, die mit Bläsern ganz groß arrangiert wurde. Dagegen handelt es sich bei „Know You Wanna Know“ um einen klassischen Rock´n´Roll-Titel. Im Internet und in Magazinen wird so viel Klatsch und Tratsch verbreitet, da wird jeder zum Augenzeugen. So hat auch dieser Titel durchaus kritische Untertöne. „Thank You“ macht deutlich, wie wichtig es einfach ist, auch einmal jemandem Danke zu sagen. Eine wunderschöne, intensive Ballade. Passend zum Thema ist dann das nachfolgende „Good Time To Cry“ purer Soul zum Dahinschmelzen. Den Schlusspunkt setzt eine Coverversion von Bob Segers „Like A Rock“. Jennifer Nettles Version ist etwas ruhiger und souliger als das Original.

Jennifer Nettles ist mit „That Girl“ ein fantastisches äußerst emotionales Album gelungen, das einen aufgrund seiner musikalischen Intensität und der großen musikalischen Ausdruckskraft sofort in seinen Bann zieht. Absolute Kaufempfehlung!

Andreas Hilgart

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