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Eric Paslay: Eric Paslay

By Andreas Hilgart — Februar 28, 2014

(VÖ: 21. Februar 2014; EMI Records Nashville / Universal Music; auch als Download erhältlich)

Folkpop / Countrypop / New Country

Titelliste: 1. Keep On Fallin´, 2. Friday Night, 3. Less Than Whole, 4. Country Side Of Heaven, 5. Never Really Wanted, 6. Here Comes Love, 7. Like A Song, 8. Good With Wine, 9. She Don´t Love You, 10. Song About A Girl, 11. Deep As It Is Wide

Man fragt sich beim Hören des Debütalbums von Eric Paslay, warum man da anscheinend etwas gezögert hat bei der Veröffentlichung des Albums, denn über zwei Jahren stand das Werk des 30jährigen Country-Singer-Songwriters in den Startlöchern. Es waren andere, die mit seinen Kompositionen Erfolge hatten. 2011 hatte Jake Owen einen Top-10-Hit mit Paslays „Barefoot Blue Jean Night“ und auf Lady Antebellums Album „Own The Night“ fand sich bereits das von Paslay co-geschriebene „Friday Night“. Und auch bei Kayleigh Leith findet sich auf deren letztem Album „This Woman“ mit „Feelin´ Bout You“ ein für Kayleigh von Eric Paslay zusammen mit Rob Crosby und Rose Falcon geschriebener Song. Diese drei Songwriter waren auch verantwortlich für den Titel „Friday Night“, von dem 2013 der Texaner dann seine eigene Version aufnahm und sich prompt in den Top-10 der US-amerikanischen Country-Radio-Charts platzierte. Das war der Anlass, das nun endlich die Veröffentlichung seines von Marshall Altmann (Natasha Bedingfield, Amy Grant) co-produzierten Debüts in die Wege geleitet wurde.

Das Album beginnt mit einem richtig starken groovigen Rock-Pop-Song („Keep On Fallin´“). Paslays Version von „Friday Night“ ist dann im momentan typischen Nashville-Banjo-Gitarrensound gehalten, also nicht unbedingt etwas Neues. Tatsächlich gefällt mir der Song in der Version von Lady Antebellum dann auch besser. Es folgt mit „Less Than Whole“ eine richtig schöne Rockballade, die auch ihre Steigerung findet, wenn der volle Sound einsetzt. Eric Paslay hat diesen Titel übrigens zusammen mit einem gewissen Kenny Alphin, dem „Big Kenny“ von Big & Rich, geschrieben.

Cover Eric PaslayMan erkennt bereits nach den ersten Titeln, dass Eric Paslays Debüt jetzt nicht durchgehend so sehr im momentanen Stil der Nashville Musikindustrie liegt – zum Glück. Gut – reiner Country ist das jetzt auch nicht unbedingt, aber richtig schöne Folk angehauchte Rock-Pop-Musik. Bei „Country Side Of Heaven“ handelt es sich dann auch um eine Folk-Hymne, die man gern laut aufdreht. Hierzu passt auch Eric Paslays leicht angeraute Stimme und der für eine Hymne angemessene volle Backgroundgesang, u. a. von Little Big Town, die auf dem gesamten Album im Background mitwirken.

Wenn man im Booklet bei dem Titel „Never Really Wanted“ genauer hinsieht, wird man an der Angabe des Jahres feststellen, dass tatsächlich der ein oder andere Song einige Zeit in der Schublade verbringen musste, bis er letztendlich den Weg in die Öffentlichkeit fand. Inhaltlich beschäftigt sich der Titel mit dem Girl, das man nicht bekommen kann.

Es schließt sich mit „Here Comes Love“ ein flotter richtig guter Countrysong an. „Like A Song“ grooved sofort richtig gut. Es ist ein typischer Countryrocksong, der etwas an Keith Urban vielleicht erinnern mag.

Im Grunde grooved aber das gesamte Album des 1,94 Meter großen Rotschopfs – auch bei den eher langsameren Titeln wie „Good With Wine“. Auch hierzu passt Erics etwas kratzige Stimme.

Man muss es einfach sagen: Eric Paslay Album ist sicherlich musikalisch abwechslungsreicher als jene von Countrykünstlern, mit denen Paslay gerade in den Staaten tourt. Bei „She Don´t Love You“ dominiert z. B. zunächst die Akustik-Gitarre, bis dann die Pedal Steel so richtig schön das Heulen anfängt und typisch für Balladen auch noch die Streicher einsetzen. Der Song ist einfach nur schön.

Mit dem nächsten Titel, „Song About A Girl“, und seinem Hip Hop-Country-Groove fällt das Album in meinen Augen etwas ab. Allerdings stört das weniger, da die insgesamt 11 Songs musikalisch insgesamt recht abwechslungsreich sind. Entschädigt wird man z. B. mit einem großen, inhaltlich fast schon philosophischen Song („Deep As It Is Wide“).

Eric Paslay ist jedenfalls ein Name, den man sich nicht nur als Songwriter merken muss. Im Moment tourt Eric Paslay mit Brantley Gilbert und Thomas Rhett durch die Staaten. Fazit: Das Debütalbum des Texaners ist mit musikalisch recht abwechslungsreichen Arrangements ausgestattet. Ein Kauf des Albums lohnt sich auf alle Fälle. Natürlich: Absolute Kaufempfehlung!

Andreas Hilgart

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