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Justin Moore: Off The Beaten Path

By Andreas Hilgart — Februar 14, 2014

(VÖ: 7. Februar 2014; Valory / Universal Music; auch als Download erhältlich)

Countryrock

Titelliste: 1. Old Back In The New School, 2. Beer, 3. Lettin‘ The Night Roll, 4. Old Habits, 5. Point At You, 6. Wheels, 7. I’d Want It To Be Yours, 8. This Kind Of Town, 9. Dirt Road Kid, 10. Country Radio, 11. That’s How I Know You Love Me, 12. One Dirt Road, 13. Off The Beaten Path, 14. Field Fulla Hillbillies, 15. Big Ass Headache, 16. For Some Ol‘ Redneck Reason

Wer die letzten beiden Alben des Singer-Songwriters aus Arkansas kennt, weiß, was ihn beim Hören von „Off The Beaten Path“ erwarten wird: Eine Mischung aus Countryrock bzw. Redneck Country und Neo-Traditionalismus. Der erste Song des Albums, „Old Back In The New School“, gibt die Richtung vor. So lautet die Frage: Was ist daran verkehrt, wenn man sich heutzutage an bestimmte althergebrachte Tugenden hält? Um diese Aussage auch musikalisch zu unterstreichen, wechselt der Song im Refrain von der rockigen Hip-Hop-angehauchten Strophe in ein Arrangement, das dann eher dem Neo-Traditionalismus verhaftet ist.

Natürlich darf auf einem solchen Album auch ein Drinkin´ Song nicht fehlen. „Beer“ ist eine gitarrenlastige Hymne auf den alkoholischen Gerstensaft und Bier scheint dann wohl auch das Lieblingsgetränk von Justin Moore zu sein. Natürlich sind es die typischen Countryrock-Themen, um die die 16 Songs des Albums kreisen. So auch bei der Midtempo-Nummer „Lettin´ The Night Roll“, wo es um das abendliche Cruisen durch die Stadt – natürlich mit einem Girl an der Seite – geht. Ein besonderes Highlight des Albums ist sicherlich Moores Duett „Old Habits“ mit Miranda Lambert. Nach dieser Ballade wird es wieder etwas rockiger mit dem von Rhett Atkins, Ben Hayslip und Ross Copperman geschriebenen Song „Point At You“. Wer auf fetten Gitarrensound steht, kann beim Kauf von Justin Moores neuem Album im Grunde nichts verkehrt machen. Auch bei „Wheels“ lassen sich richtig gute Gitarrenparts erkennen. „I´d Want It To Be Yours“ ist ein schnell ins Ohr gehender Countrysong, in dem bestimmte körperliche Vorzüge der Angebeteten besungen werden, die sich hinsichtlich ihres Äußeren als eine Mischung aus Jennifer Lopez und Kim Kardashian entpuppt. Dann bei „This Kind Of Town“ ein typischer, vielleicht auch etwas verklärter Blick auf eine typische Kleinstadt und deren hart arbeitende Bevölkerung.

Natürlich wird auf dem von Jeremy Stover produzierten Album auch die „Dirt Road“ in zwei der Songs thematisiert, mal rockig („Dirt Road Kid“), das andere Mal etwas nachdenklicher („One Dirt Road“). „Country Radio“ ist ein typischer Sommersong. Der Protagonist des Songs ist mit seinem Girl im Chevy an den Fluss oder See gefahren. Das Bier liegt schon auf Eis und im Hintergrund läuft ein Countrysender im Radio. Stellenweise ist natürlich auch etwas Klischee in dieser Art von Countrymusik zu finden.

Justin Moore Off The Beaten Path CoverAbwechslungsreich geht es weiter mit einem richtig schönen Lovesong („That´s How I Know You Love Me“). Im Titelsong des Albums, „Off The Beaten Path“, finden sich dann wieder die in der Nashville-Szene momentan so typischen Hip-Hop-Referenzen, gepackt in ebenso typische Gitarrenklänge. Recht rockig ist auch „Field Fulla Hillbillies“, in dem von Stadtmenschen erzählt wird, die aus dem Stadtleben mal ausbrechen und in das Landleben eintauchen wollen.

Vom Kater am Morgen nach einer durchzechten Nacht handelt der Countryrock-Walzer „Big Ass Headache“. Für den letzten Song des Albums „For Some Ol´ Redneck Reason“ konnte Charlie Daniels gewonnen werden.

Justin Moores neues Album ist mit einer doch recht großen Anzahl an Songs bestückt und weist alle Merkmale eines guten Countryrock-Albums auf. Wer auf gitarrenlastigen, auch Chart-kompatiblen  Sound mit den ein oder anderen Hip-Hop-Klängen und schönen Rockballaden steht, für den gilt hier eine Kaufempfehlung. Für mich zählen das Duett mit Miranda Lambert („Old Habits“), der Lovesong „That´s How I Know You Love Me“, das eher nachdenkliche „One Dirt Road“ oder dann auch „I´d Want It To Be Yours“ auf jeden Fall zu den Highlights des durchgehend musikalisch recht abwechslungsreichen Albums.

Andreas Hilgart

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