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Thomas Rhett: It Goes Like This

By Andreas Hilgart — Februar 06, 2014

(VÖ: 31. Januar 2014; Valory / Universal; auch als Download erhältlich)

Countryrock

Titelliste: 1. Whatcha Got In That Cup, 2. Something To Do With My Hands, 3. Get Me Some Of That, 4. Call Me Up, 5. It Goes Like This, 6. Make Me Wanna, 7. Front Porch Junkies (Remix), 8. In A Minute, 9. Take You Home, 10. Sorry For Partyin´, 11. All-American Middle Class White Boy, 12. Beer With Jesus

Thomas Rhett wuchs als Sohn des in den 1990ern populären Country-Singer-Songwriters Rhett Atkins in der amerikanischen Countryszene auf. So ging er als Kind auf die Halloween Partys von Reba McEntire und bei den Englisch-Hausaufgaben half ihm ein gewisser Blake Shelton. Wer die Credits in Booklets aufmerksam liest, dem wird der Name Thomas Rhett auch schon auf Jason Aldeans 2010 erschienenem Album „My Kinda Party“ als Co-Autor bei dem Song „I Ain´t Ready To Quit“ begegnet sein. Und da sind wir dann auch schon in der Musikrichtung, die man auf Thomas Rhetts Debütalbum finden wird: Gitarrenlastiger, grooviger Countryrock mit Einflüssen aus dem Blues, dem R & B oder auch aus dem Hip Hop.

„Whatcha Got In That Cup“ ist im typischen Südstaatensound gehalten, bei dem das Spiel der E-Gitarre sehr stark im Blues verhaftet ist. Rhetts kratzige Stimme erinnert einen etwas an den Gesangsstil von Eric Church. Inhaltlich beschäftigen sich die Songs überwiegend mit den Themen Party, Bier, Mädels und Pick-up-Trucks, mit denen man durch die Gegend cruisen kann – am besten dann noch mit einem dieser Mädels an der Seite. Party-Countrysound, wie er in der Musikszene Nashvilles im Moment recht angesagt ist. Da werden dann auch wie zu Beginn von „Something To Do With My Hands“ Töne gescratched oder Songs, wie bei „Call Me Up“, mit einem richtig coolen tanzbaren Groove versehen. Countrymusik hat sich in letzter Zeit stark verändert und so klingt zum Beispiel „Call Me Up“ auch eher nach R & B als nach Country.

It Goes Like This Thomas Rhett CoverNamhafte Songwriter zeichnen sich neben Thomas Rhett selbst und dessen Vater Rhett Akins als Autoren für die Songs verantwortlich, so zum Beispiel Luke Laird, Shane McAnally, Cole Swindell oder Chris Stapleton. Die 12 Songs von „It Goes Like This“ beinhalten vier ältere Singles und einen weiteren bereits veröffentlichten EP-Titel. Produziert wurden die Songs von Jay Joyce (u. a. Patty Griffin, Eric Church), Michael Knox (Jason Aldean) oder eben auch Luke Laird (u. a. Carrie Underwood).

Der Titelsong des Albums „It Goes Like This“, der einen an die ruhigeren Songs eines Jason Aldean erinnert, schaffte es im letzten Jahr bereits auf Platz 1 der US-Country-Airplay-Charts. Das Album selbst stand im letzten Herbst auf Platz 2 der US-Country-Charts und auf Platz 6 der US-Popcharts. Mein persönlicher Favorit ist aber „Make Me Wanna“, dessen Groove eine hohe Suchtgefahr hat. Gut – mit Country hat das aber rein gar nichts mehr zu tun.

Der Partysound geht dann mit dem Remix von „Front Porch Junkies“ weiter. Der Hip-Hop-Sound ist in der Countrymusik angekommen und so wird spätestens hier vielleicht der ein oder andere Countrymusik-Purist die CD aus dem Player nehmen, was allerdings schade wäre. Denn Rhetts Album hat insgesamt musikalisch einiges zu bieten, wie die ausgefeilten Arrangements bei „Take You Home“, dem fast autobiographischen „All-American Middle Class White Boy“ oder dem Walzer „Sorry For Partyin´“. Bei dem letztgenannten Gute-Laune-Party-Song ploppt dann zwischendrin auch mal eine Bierflasche.

Ein echtes Highlight ist auch der letzte Song „Beer With Jesus“. Dieser Song hat dann auch mehr Ernsthaftigkeit und wirkt nachdenklicher als das übrige Songmaterial.

Thomas Rhetts Album ist sicherlich abwechslungsreicher und ausgefeilter als so manch anderes Album des Genres. Typische Countryelemente wie z. B. die Slide-Gitarre, Pedal-Steel oder Dobro vermischen sich hier mit blueslastigem Gitarrensound und Hip Hop-Referenzen. Man darf sicherlich gespannt sein, was der erst 23-jährige Singer/Songwriter in Zukunft noch abliefern wird. Das Debütalbum macht jedenfalls richtig gute Laune.

Andreas Hilgart

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