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OST/Various: The Music Of Nashville (Season 1 – Volume 2) (VÖ: 21. Mai 2013); Big Machine Records/Universal; erhältlich auch als Download bei iTunes und amazon)

By Andreas Hilgart — Mai 23, 2013

Halbzeit bei der Ausstrahlung der neuen US-TV-Serie „Nashville“ in Deutschland beim Pay-TV-Sender Fox und ja…auch ich bin mittlerweile wie einige andere, die diesen Sender empfangen können, ein großer Fan dieser Serie geworden. Neben der gut erzählten Story liegt dies sicherlich auch an der richtig guten Musik der Serie, die sich weitab vom auf Charterfolg getrimmten Nashville-Country-Popsound befindet. Wie schon Volume 1 entstand auch das zweite Album unter der Federführung von T Bone Burnett, der den zweiten Teil des „Nashville“-Soundtracks neben Buddy Miller, Gabriel Witcher, Garth Fundis, Frank Liddell, Dan Auerbach und Ross Copperman co-produzierte.

Wer sich schon den ersten Teil des Soundtracks angehört hat, weiß bereits, was ihn da erwarten wird: Songs zwischen radio-freundlichem Country-Pop, Rock´n Roll, Americana und Alternative-Country und Songs, die etwas an den Beat-Sound der 1960er erinnern, wie zum Beispiel „Gun For A Mouth“ oder Connie Brittons Version von Lucinda Williams´ „Bitter Memory“, den diese selbst bisher nur live gespielt, aber noch nicht veröffentlich hat.

Nashville OST Season 1 Volume 2Zu Beginn des Albums steht gleich das fast schon hypnotisierende wunderschöne Duett von Sam Palladio und Clare Bowen „Fade Into You“.

Eine echte Entdeckung der Serie sind auch die kanadischen Geschwister Lennon und Maisy Stella (gerade mal 13 und 8 Jahre alt). Die beiden YouTube-Stars und Töchter des Countryduos The Stellas covern hier den Lumineers Titel „Ho Hey“ fast noch besser als das Original.

Hut ab auch vor der musikalischen Leistung von Immer-mal-wieder-Klitschko-Freundin Hayden Panettiere. Sie fällt in der Serie nicht nur durch ihr hübsches Aussehen auf, sondern beweist auch, dass sie die Serien-Zicke richtig gut spielen und vor allem auch gut singen kann. Der von Patty Griffin geschriebene Folk-Popsong „We Are Water“ ist ein Anspieltipp auf dem Album. Wir warten gespannt darauf, ob Hayden aufgrund des großen Erfolgs der Serie nicht doch einmal auch ein Countryalbum herausbringen wird.

Wer bei dem Album einfache Chartkost erwarten würde, der wird allerdings überrascht sein. Hier wird Country im Grunde neu definiert und das Ganze erinnert im musikalischen Stil eher an Mumford & Sons oder an die Lumineers. Typisches Beispiel dafür ist sicherlich auch „Looking For A Place To Shine“, das von Clare Bowen interpretiert wird. Die Australierin ist schauspielerisch und auch musikalisch eine weitere Entdeckung der Serie.

Erneut konnten für den Soundtrack wieder namhafte Songwriter gewonnen werden, wie die bereits erwähnte Grammy-Preisträgerin Patty Griffin, Cary Barlowe (u. a. Lady Antebellum), Shane McAnally (Co-Autor von Kacey Musgraves neuem Album „Same Trailer Different Park) oder Sarah Buxton, die den von Connie Britton interpretierten Song „Stronger Than Me“ zu dem Soundtrack beigesteuert hat.

Eine wunderschöne Ballade ist „Let There Be Lonely“, das von Jonathan Jackson mit einer so traumhaft schönen glasklaren Stimme gesungen wird. Geschrieben wurde der Song übrigens von Burnetts Protegés Laura und Lydia Rogers, bekannt auch als The Secret Sisters.

Da Hayden Panettiere in der Serie ja ein Countrypop-Sternchen spielt, gibt es auf dem Album mit „Hypnotizing“ durchaus auch einen Countrypopsong mit Chartqualitäten. Aber auch dieser Song hebt sich qualitativ vom Einheitsbrei der Nashville-Countrypopindustrie ab und hat wesentlich mehr Countryelemente als irgendein Song auf dem letzten Taylor Swift-Album.

Mit zwei weiteren eher ruhigen Titeln schließt das Album. „Nothing In This World Will Ever Break My Heart Again“, erneut von Sarah Buxton geschrieben, verdeutlicht den musikalischen Wandel, den Juliette Barnes (Hayden Panettiere) in der Serie vom Popsternchen zur angesehenen Countrysängerin vollziehen möchte.

Der Soundtrack zu „Nashville“ enthält Songs, die Country mit Elementen aus dem Alternative-Country, aus dem Folk oder der Beatmusik weitab von musikalischer Massenware neu definieren. Schade ist nur, dass die Serie noch nicht im Free-TV zu sehen ist. Denn wie der Soundtrack sich musikalisch von der Massenware abhebt, so unterscheidet sich auch die Serie von der täglichen Soap-Kost, die man in den frei empfangbaren Sendern so zu sehen bekommt.

Für den zweiten Teil des Soundtracks gilt erneut eine Kaufempfehlung.

Trackliste: 1. Fade Into You (performed by Sam Palladio, Clare Bowen), 2. Ho Hey (performed by Lennon Stella, Maisy Stella), 3. Gun For A Mouth (performed by Sam Palladio), 4. We Are Water (performed by Hayden Panettiere), 5. Looking For A Place To Shine (performed by Clare Bowen), 6. Stronger Than  Me (performed by Connie Britton), 7. Bitter Memory (performed by Connie Britton), 8. Let There Be Lonely (performed by Jonathan Jackson), 9. Hypnotizing (performed by Hayden Panettiere), 10. I Will Fall (Studio Version) (performed by Sam Palladio, Clare Bowen), 11. Nothing In This World Will Ever Break My Heart Again (performed by Hayden Panettiere)

Andreas Hilgart

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